Strukturierte Daten für Beratende: welche Typen wirklich zählen
Schema.org kennt über achthundert Typen. Für Coaches, Beratende und kleine Beratungsfirmen sind sieben davon entscheidend. Welche das sind, was in jeden Typ gehört und welche Fehler ich in fast jedem Audit sehe.
Strukturierte Daten haben ein Imageproblem. Sie klingen technisch, unsichtbar und nach etwas, das die Webagentur schon irgendwie gemacht haben wird. In fast jedem Audit finde ich entweder gar nichts oder ein Fragment, das vor Jahren automatisch erzeugt wurde und heute Falsches behauptet.
Was strukturierte Daten grundsätzlich sind, habe ich in Strukturierte Daten: der unsichtbare Steckbrief deiner Website erklärt. Hier geht es um die praktische Frage: Welche Typen brauchst du als Coach, Beraterin oder kleine Beratungsfirma? Und was gehört hinein?
Warum das für Beratung mehr zählt als für einen Onlineshop
Ein Shop verkauft Produkte mit Namen, Preis und Verfügbarkeit. Die Angaben sind eindeutig, auch ohne Markup.
Beratung ist das Gegenteil. Zwei Anbieter beschreiben dieselbe Leistung völlig unterschiedlich, Preise fehlen oft ganz, die Zielgruppe steht zwischen den Zeilen. Genau diese Unschärfe ist der Grund, warum KI-Systeme bei Anbieterfragen so oft dieselben grossen Namen nennen: Sie sind die einzigen, bei denen die Zuordnung eindeutig ist.
Strukturierte Daten sind dein Weg, diese Eindeutigkeit selbst herzustellen.
Die sieben Typen, die zählen
1. Organization oder ProfessionalService
Der Kern. Hier stehen Name, Beschreibung, Kontaktangaben, Einzugsgebiet und die Verweise auf deine Profile.
Wichtig sind zwei Felder, die fast immer fehlen. areaServed sagt, wo du arbeitest. sameAs verknüpft dich mit deinen Profilen auf LinkedIn, ProvenExpert oder in Verzeichnissen. Über sameAs entsteht die Verbindung zwischen deiner Website und den fremden Quellen, aus denen Systeme ihr Bild zusammensetzen.
2. Person
Beratung wird von Menschen gekauft. Eine Person mit jobTitle, knowsAbout und hasCredential macht aus einer Firma eine Fachperson.
knowsAbout ist dabei unterschätzt. Es listet deine Themen in klaren Begriffen auf, ohne dass du sie in jeden Fliesstext pressen musst. hasCredential nimmt Zertifikate und Ausbildungen auf, idealerweise mit der prüfbaren Nummer und der Stelle, die sie vergeben hat.
3. Service mit Offer
Für jede Leistung ein Eintrag mit Beschreibung, Anbieter und Preis. Genau hier hören die meisten auf, weil Preise angeblich nicht auf die Website gehören. Warum das ein Irrtum ist, steht in Warum deine Preise auf die Website gehören.
Technisch hast du drei Möglichkeiten: einen festen Preis, einen Mindestpreis über minPrice und einen Monatspreis über UnitPriceSpecification mit der Einheit MON. Damit lässt sich jede übliche Angebotsform sauber abbilden, auch «ab 780 im Monat».
4. FAQPage
Die Fragen, die dir wirklich gestellt werden, als Frage-Antwort-Paare. Für Google bringt das seit der Einschränkung der FAQ-Ergebnisse kaum noch Darstellung in der Suche. Für KI-Systeme ist es weiterhin eine der saubersten Quellen, weil eine Antwort dort bereits abgeschlossen vorliegt.
Eine Regel dazu: Jede Frage gehört nur an einen Ort. Dieselbe Frage auf fünf Seiten verteilt schwächt alle fünf.
5. AggregateRating und Review
Deine Bewertungen mit Durchschnitt und Anzahl. Google zeigt für Bewertungen über das eigene Unternehmen auf der eigenen Seite seit 2019 keine Sterne mehr. Die Angabe bleibt trotzdem sinnvoll, weil KI-Systeme sie als klare Aussage lesen.
Wichtig ist, dass die Zahlen im Markup und die Zahlen auf der Seite identisch sind. Steht im Code 40 und im Text 38, ist das ein Widerspruch, den ein System registriert.
6. BreadcrumbList
Die Pfadangabe, die zeigt, wo eine Seite in deiner Struktur sitzt. Klein, schnell gemacht und einer der wenigen Typen, für die Google zuverlässig eine Darstellung in den Ergebnissen zeigt.
7. WebPage mit inLanguage und dateModified
Unspektakulär und wirksam. inLanguage verhindert falsche Zuordnung bei mehrsprachigen Seiten, dateModified liefert das Aktualitätssignal, auf das Systeme bei der Quellenauswahl achten.
Die fünf Fehler, die ich am häufigsten sehe
Angaben, die auf der Seite nicht stehen. Markup soll beschreiben, was sichtbar ist. Ein Preis im Code, der nirgends auf der Seite auftaucht, ist ein Regelverstoss und ein Vertrauensproblem.
Verwaiste Einträge. Organization auf jeder Seite mit einer neuen Kennung statt einer gemeinsamen @id. Für ein System sehen so mehrere Firmen mit demselben Namen aus. Eine feste @id wie https://deine-domain.ch/#organization löst das.
Automatisch erzeugtes Altmarkup. Viele Baukästen erzeugen ungefragt Einträge, oft mit veralteten Angaben. Sie widersprechen dann dem, was du selbst ergänzt hast.
Typen, die nicht passen. Ein Coach ist keine LocalBusiness mit Ladenöffnungszeiten. Falsche Typen erzeugen falsche Erwartungen.
Kein Test. Fünf Minuten im Rich Results Test hätten in fast jedem dieser Fälle geholfen.
Wie du vorgehst, wenn du bei null startest
Erstens: Sammle die Angaben in einem Dokument, bevor du an den Code denkst. Firmenname, Beschreibung in einem Satz, Zielgruppe, Leistungen mit Preisen, Zertifikate mit Nummern, Profile mit Adressen.
Zweitens: Lege den Eintrag für Unternehmen und Person an, einmal zentral für die ganze Website.
Drittens: Ergänze je Leistungsseite den passenden Service-Eintrag mit Preis.
Viertens: Prüfe alles im Rich Results Test und im Schema Markup Validator.
Fünftens: Trage in deinen Kalender ein, das Ganze halbjährlich zu prüfen. Preise ändern sich, Zertifikate laufen aus, Profile kommen dazu.
Ein Beispiel, wie es zusammenhängt
Stell dir drei Bausteine vor, die sich gegenseitig kennen.
Der erste beschreibt dein Unternehmen und trägt eine feste Kennung, etwa #organization. Der zweite beschreibt dich als Person und verweist über worksFor auf diese Kennung. Der dritte beschreibt eine Leistung und nennt über provider wieder dieselbe Kennung.
Damit entsteht für eine Maschine ein kleiner, widerspruchsfreier Zusammenhang: Es gibt ein Unternehmen, dahinter steht eine Person mit nachgewiesener Qualifikation. Beide bieten eine bestimmte Leistung zu einem bestimmten Preis in einem bestimmten Gebiet an.
Genau diese Verknüpfung fehlt in den meisten Umsetzungen. Dort stehen drei Einträge nebeneinander, die nichts voneinander wissen. Für ein System sind das dann drei Bruchstücke statt eines Bildes.
Was strukturierte Daten nicht können
Sie machen aus einem schwachen Angebot kein starkes. Wenn auf deiner Seite nicht steht, für wen du welches Problem löst, hilft auch die beste Auszeichnung nicht, weil sie nur wiederholt, was da ist.
Sie ersetzen auch keine Erwähnungen auf fremden Seiten. Deine Angaben sagen, wer du bist. Ob du empfohlen wirst, entscheidet sich ausserhalb. Diesen Unterschied habe ich in Fast jedes Zitat zeigt auf eine fremde Seite mit Zahlen belegt.
Und sie sind keine Garantie für eine Darstellung in der Suche. Google entscheidet selbst, was angezeigt wird. Für Brotkrumen stehen die Chancen gut, für FAQ-Ergebnisse inzwischen schlecht, für Bewertungen über das eigene Unternehmen sind sie ausgeschlossen.
Der Aufwand in Zahlen
Für eine typische Beratungswebsite mit fünf bis acht Seiten rechne ich mit drei bis fünf Stunden für die erste saubere Umsetzung, wenn die Angaben vorliegen. Die Hälfte davon ist Sammeln und Abstimmen, nicht Programmieren.
Die halbjährliche Pflege dauert danach rund dreissig Minuten. Das ist wenig für einen Baustein, der bei jeder Frage nach deinem Angebot mitliest.
Wenn du wissen willst, was heute auf deiner Seite steht, findet der kostenlose KI-Sichtbarkeits-Check genau das heraus. Er zeigt dir, welche Angaben eine Maschine bei dir vorfindet und welche fehlen.
