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Google Search Console einrichten: Anleitung und die vier Zahlen, die zählen

Die Search Console ist das einzige Werkzeug, das dir direkt von Google sagt, wie deine Website in der Suche dasteht. Kostenlos, in zwanzig Minuten eingerichtet und trotzdem auf erstaunlich vielen Beratungsseiten nicht vorhanden. Eine Anleitung Schritt für Schritt.

Aquarell eines Messinstruments mit Zeiger auf einem Schreibtisch neben einem Notizbuch mit kleinen Balken, Sinnbild für die Messung der eigenen Sichtbarkeit.

Die Google Search Console ist das einzige Werkzeug, das dir direkt von Google sagt, wie deine Website in der Suche dasteht. Für welche Suchanfragen sie angezeigt wird, auf welcher Position, wie oft jemand klickt und ob Google alle Seiten überhaupt kennt.

Sie ist kostenlos, in rund zwanzig Minuten eingerichtet und fehlt trotzdem auf erstaunlich vielen Beratungsseiten. Wer sie nicht nutzt, schätzt seine Sichtbarkeit, statt sie zu messen.

Was die Search Console zeigt und was nicht

Die Search Console beschreibt, was vor dem Besuch passiert: Wie oft deine Seite in den Ergebnissen erscheint, für welche Suchanfragen, auf welcher Position und wie viele Menschen klicken.

Google Analytics oder ein vergleichbares Werkzeug beschreibt, was nach dem Klick passiert: Welche Seiten gelesen werden, wie lange jemand bleibt und ob eine Anfrage entsteht.

Beide Werkzeuge ergänzen sich. Für die Frage, ob du bei Google gefunden wirst, ist die Search Console die verlässlichere Quelle, weil die Daten direkt von Google stammen.

Was sie nicht zeigt: Suchanfragen, für die du gar nicht erscheinst, die Sichtbarkeit bei anderen Suchmaschinen und die Nennung in ChatGPT oder anderen KI-Systemen. Dafür braucht es andere Wege.

Schritt 1: Die richtige Property wählen

Eine Property ist in der Search Console die Website, die du auswerten willst. Beim Anlegen stehen zwei Arten zur Wahl.

Domain-Property. Sie erfasst deine gesamte Domain, also alle Varianten mit und ohne www, mit http und https sowie alle Subdomains. Das ist fast immer die bessere Wahl, weil keine Daten verloren gehen.

URL-Präfix-Property. Sie erfasst nur eine bestimmte Adresse, etwa https://www.beispiel.ch. Sinnvoll, wenn du nur einen Teil einer Website auswerten willst oder keinen Zugang zu den Domain-Einstellungen hast.

Wenn du die Wahl hast, nimm die Domain-Property.

Schritt 2: Die Inhaberschaft bestätigen

Google will sicher sein, dass die Website dir gehört. Für die Domain-Property funktioniert das über einen Eintrag bei deinem Domain-Anbieter.

  1. Die Search Console zeigt dir einen Text, der mit google-site-verification= beginnt.
  2. Du meldest dich bei dem Anbieter an, bei dem deine Domain registriert ist, etwa Hostpoint, Infomaniak, Metanet oder einer vergleichbaren Firma.
  3. In den DNS-Einstellungen legst du einen neuen Eintrag vom Typ TXT an und fügst den Text ein.
  4. Zurück in der Search Console klickst du auf «Bestätigen».

Manchmal dauert es einige Minuten bis wenige Stunden, bis der Eintrag weltweit sichtbar ist. Wenn die Bestätigung beim ersten Versuch scheitert, versuch es später noch einmal.

Für die URL-Präfix-Property gibt es einfachere Wege, etwa eine kleine Datei, die du auf deine Website lädst, oder eine Verbindung über ein bestehendes Google-Analytics-Konto.

Wer seine Website nicht selbst verwaltet, kann diesen Schritt auch der Person überlassen, die die Website betreut. Wichtig ist nur, dass du selbst als Inhaber/in eingetragen bist und nicht ausschliesslich die Agentur.

Schritt 3: Die Sitemap einreichen

Eine Sitemap ist eine Liste aller Seiten deiner Website, die Google kennen soll. Die meisten Systeme erzeugen sie automatisch, oft unter der Adresse deine-domain.ch/sitemap.xml.

In der Search Console gibst du diese Adresse unter «Sitemaps» ein und klickst auf «Senden». Danach zeigt dir die Search Console, wie viele Adressen sie gefunden hat und ob es Probleme gibt.

Die Sitemap ist keine Garantie, dass alle Seiten aufgenommen werden. Sie macht es Google aber deutlich leichter, neue und geänderte Seiten zu finden.

Schritt 4: Warten

Nach der Einrichtung dauert es meistens zwei bis drei Tage, bis die ersten Daten erscheinen. Danach werden sie laufend ergänzt, mit einer Verzögerung von rund zwei Tagen.

Die Search Console speichert die Daten der letzten 16 Monate. Das ist ein Grund mehr, sie früh einzurichten: Jeder Monat ohne Search Console ist ein Monat, den du später nicht mehr vergleichen kannst.

Häufige Stolpersteine bei der Einrichtung

Die Agentur ist Inhaberin, du nicht. Bei vielen Websites hat die Agentur die Search Console eingerichtet und ist als einzige Inhaberin eingetragen. Wechselst du später die Agentur, verlierst du den Zugang zu deinen eigenen Daten. Prüf deshalb, dass du selbst als Inhaber/in eingetragen bist.

Zwei Properties für dieselbe Website. Manchmal existieren eine alte URL-Präfix-Property und eine neue Domain-Property nebeneinander. Das ist kein Fehler, führt aber zu Verwirrung, weil die Zahlen voneinander abweichen. Arbeite mit der Domain-Property und lass die alte als Archiv stehen.

Die Sitemap zeigt «0 indexiert». Dieses Feld ist bei vielen Konten nicht mehr aussagekräftig. Ob eine Seite im Index ist, siehst du zuverlässig in der URL-Prüfung oder im Bericht «Seiten».

Schritt 5: Die vier Zahlen lesen

Der wichtigste Bericht heisst «Leistung». Dort findest du vier Kennzahlen.

Impressionen. Wie oft deine Seite in den Suchergebnissen angezeigt wurde. Eine Impression zählt, sobald dein Ergebnis auf einer geladenen Ergebnisseite erscheint, auch wenn niemand bis dorthin scrollt.

Klicks. Wie oft jemand auf dein Ergebnis geklickt hat.

Durchschnittliche Klickrate. Klicks geteilt durch Impressionen. Eine niedrige Klickrate bei guter Position deutet oft auf einen schwachen Titel oder eine schwache Beschreibung hin.

Durchschnittliche Position. Wo dein Ergebnis im Mittel stand. Vorsicht: Der Durchschnitt über viele Suchanfragen sagt wenig. Aussagekräftig wird die Position erst, wenn du sie für einzelne Suchanfragen oder Seiten betrachtest.

Oft gefragt wird, welche Klickrate gut ist. Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Sie hängt stark von der Position ab, von der Art der Suche und davon, ob Google über den Ergebnissen eine KI-Übersicht, Anzeigen oder eine Karte zeigt. Aussagekräftiger ist der Vergleich deiner eigenen Seiten untereinander und über die Zeit. Eine Seite, deren Klickrate deutlich unter der ähnlich platzierter Seiten liegt, hat fast immer einen Titel oder eine Beschreibung, die nicht zur Suchanfrage passt.

Die Filter, die den Unterschied machen

Unter den Kennzahlen kannst du die Daten aufteilen: nach Suchanfragen, Seiten, Ländern, Geräten und Zeiträumen.

Für Beratende in der Schweiz ist der Länderfilter besonders wichtig. Viele Schweizer Websites erhalten einen grossen Teil ihrer Impressionen aus Deutschland, weil dort schlicht mehr gesucht wird. Wer nur für Kundschaft in der Schweiz arbeitet, sollte deshalb vor allem die Zahlen für die Schweiz betrachten.

Der Filter nach Seiten zeigt, welche Seiten tatsächlich gefunden werden. Oft sind das andere, als man erwartet. Der Filter nach Suchanfragen zeigt die Worte, mit denen Menschen dich finden. Daraus ergeben sich Ideen für neue Inhalte und für Ergänzungen bestehender Seiten.

Wenn die Zahlen plötzlich explodieren

Die Search Console trennt nicht sauber zwischen den klassischen Treffern und den KI-Übersichten, die Google über den Ergebnissen anzeigt. Beides landet in denselben Zahlen.

Wie stark das die Auswertung verzerren kann, habe ich an meiner eigenen Website gesehen. Mein Beitrag über den KI-Modus von Google wurde in der KI-Übersicht zur Suche «ki modus» als Quelle verlinkt. In vier Tagen kamen dadurch 48‘993 Impressionen zusammen, bei 22 Klicks. Die Gesamtzahlen der Website waren damit auf einen Schlag nicht mehr mit den Vormonaten vergleichbar.

Die Lehre daraus: Wenn die Impressionen sprunghaft steigen, lohnt sich ein Blick auf die einzelnen Seiten und Suchanfragen, bevor man jubelt. Wie du den Einfluss von KI-Antworten auf deinen Besuch gezielt auswertest, steht in Traffic-Verlust durch KI-Antworten in der Search Console messen.

Weitere nützliche Berichte

URL-Prüfung. Hier gibst du eine einzelne Adresse ein und siehst, ob Google sie kennt, wann sie zuletzt abgerufen wurde und ob sie im Index ist. Bei neuen oder geänderten Seiten kannst du hier auch die Indexierung beantragen.

Seiten. Dieser Bericht zeigt, welche Seiten im Index sind und welche nicht, jeweils mit Begründung. «Gefunden, zurzeit nicht indexiert» ist bei neuen Seiten normal und löst sich meistens nach einigen Tagen.

Core Web Vitals. Hier siehst du, ob deine Seiten technisch schnell genug laden. Für kleine Beratungsseiten ist das selten ein Problem, ein kurzer Blick einmal im Quartal genügt.

Anderen Zugriff geben, ohne das Passwort zu teilen

Unter «Einstellungen» und «Nutzer und Berechtigungen» kannst du weitere Personen hinzufügen, jede mit ihrer eigenen E-Mail-Adresse. Du wählst zwischen vollem und eingeschränktem Zugriff.

Das ist der richtige Weg, wenn eine Agentur oder ein Berater deine Daten auswerten soll. Du teilst kein Passwort und siehst jederzeit, wer Zugriff hat. Mit einem Klick entziehst du ihn wieder.

Und was ist mit Bing?

Google ist in der Schweiz die mit Abstand meistgenutzte Suchmaschine. Trotzdem lohnt sich ein kurzer Blick auf Bing. Microsoft betreibt dafür die Bing Webmaster Tools, das Gegenstück zur Search Console, ebenfalls kostenlos.

Der Grund ist weniger der Besuch über Bing selbst als die Verbindung zu KI-Systemen. Bing liefert die Suchergebnisse für Microsofts Copilot. Wer dort gut erfasst ist, schafft sich damit eine zusätzliche Grundlage für Nennungen in KI-Antworten.

Die Einrichtung ist einfach: Die Bing Webmaster Tools können eine bestehende Google Search Console importieren, inklusive Bestätigung und Sitemap. Das dauert wenige Minuten.

Zwanzig Minuten im Monat

Die Search Console entfaltet ihren Wert erst mit Regelmässigkeit. Eine kurze Routine einmal im Monat genügt:

  1. Leistung der letzten drei Monate ansehen, gefiltert auf dein wichtigstes Land.
  2. Die zehn Seiten mit den meisten Impressionen prüfen: Stimmt die Klickrate?
  3. Die zehn häufigsten Suchanfragen lesen: Welche davon hast du nicht erwartet?
  4. Den Bericht «Seiten» auf neue Probleme prüfen.
  5. Zwei Beobachtungen notieren und daraus eine Massnahme für den nächsten Monat ableiten.

Seiten mit vielen Impressionen und wenigen Klicks sind dabei die dankbarsten Kandidaten. Oft genügt ein besserer Titel oder eine neue Beschreibung. Wie du die schreibst, steht in Meta Description schreiben.

Wer diese Routine ein halbes Jahr durchhält, weiss mehr über die eigene Sichtbarkeit als die meisten Mitbewerber. Einen Franken für Werkzeuge braucht es dafür nicht.

Tobias Michael Kurz

Tobias Michael Kurz

Copywriter und GEO-Optimierer. Ich helfe Coaches, Berater/innen sowie Consulting-Unternehmen, in ChatGPT, Perplexity und Google gefunden und empfohlen zu werden. Mehr über mich

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FAQ

Häufige Fragen

Was kostet die Google Search Console?

Nichts. Sie ist ein kostenloses Werkzeug von Google. Du brauchst dafür nur ein Google-Konto und Zugang zu deiner Website oder zu den Einstellungen deiner Domain.

Was ist der Unterschied zu Google Analytics?

Die Search Console zeigt, was vor dem Besuch passiert: für welche Suchanfragen deine Seite angezeigt wird, auf welcher Position und wie oft jemand klickt. Google Analytics zeigt, was nach dem Klick auf deiner Website passiert. Beide ergänzen sich.

Wie lange dauert es, bis Daten erscheinen?

Nach der Einrichtung meistens zwei bis drei Tage. Danach werden die Daten laufend nachgeführt, mit einer Verzögerung von rund zwei Tagen. Die Search Console speichert die Daten der letzten 16 Monate.

Kann ich meinem Webdesigner Zugriff geben, ohne mein Passwort zu teilen?

Ja. Unter Einstellungen und Nutzer und Berechtigungen kannst du andere Personen mit ihrer eigenen E-Mail-Adresse hinzufügen, wahlweise mit vollem oder eingeschränktem Zugriff. Das ist sicherer als ein geteiltes Passwort und lässt sich jederzeit widerrufen.

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