Bing Webmaster Tools einrichten: Anleitung und warum Bing für KI-Antworten zählt
Wie du die Bing Webmaster Tools per Import aus der Google Search Console in einer Viertelstunde einrichtest und welche Berichte sich lohnen. Dazu die belegte Antwort auf die Frage, welche Rolle Bing für Copilot, ChatGPT und andere KI-Antworten spielt.
Wer die Google Search Console eingerichtet hat, kennt das Prinzip bereits. Die Bing Webmaster Tools sind das Gegenstück von Microsoft: kostenlos, mit ähnlichen Berichten und in einer Viertelstunde startklar, sofern die Search Console schon läuft.
Lange galt Bing für Beratende in der Schweiz als Randnotiz. Inzwischen lohnt sich ein zweiter Blick, weil Microsofts KI-Assistent Copilot seine Antworten mit Ergebnissen aus Bing anreichert. Dieser Beitrag führt dich zuerst Schritt für Schritt durch die Einrichtung. Danach geht es um die Frage, was Bing für deine Sichtbarkeit in KI-Antworten tatsächlich bedeutet und wo die Grenzen dieser Verbindung liegen.
Wofür sich Bing in der Schweiz lohnt
Laut StatCounter lag der Anteil von Bing an allen Suchanfragen in der Schweiz im September 2026 bei rund 12 Prozent, Google kam auf rund 80 Prozent. Aufschlussreich wird die Zahl, wenn du sie nach Geräten trennst. Auf Desktop-Computern erreichte Bing gut 22 Prozent, auf Smartphones weniger als 1 Prozent.
Für Beratende ist vor allem der Desktop-Wert interessant. Wer für eine Firma ein Mandat vergibt, sucht vermutlich häufig vom Arbeitsplatz aus. Auf vielen Büro-Computern läuft Microsoft Edge, in dem Bing als Suchmaschine voreingestellt ist. Rund jede fünfte Desktop-Suche in der Schweiz landet damit bei einer Suchmaschine, deren Zahlen viele Websitebetreiber/innen nie ansehen.
Der zweite Grund ist Copilot. Dazu weiter unten mehr, zuerst kommt die Einrichtung.
Schritt 1: Anmelden und die Website aus der Search Console importieren
Die Bing Webmaster Tools findest du unter bing.com/webmasters. Anmelden kannst du dich mit einem Microsoft-, Google- oder Facebook-Konto. Ich nenne die Berichte in diesem Beitrag mit ihren englischen Namen, so wie Microsoft sie in der eigenen Dokumentation bezeichnet.
Der schnellste Weg führt über den Import. Wenn deine Website in der Google Search Console bereits bestätigt ist, wählst du beim Hinzufügen die Option, Websites aus der Search Console zu importieren. Du meldest dich mit dem Google-Konto an, über das deine Search Console läuft, erlaubst den Zugriff und wählst die gewünschten Websites aus. Wer die Search Console noch nicht eingerichtet hat, erledigt das am besten zuerst. Ich empfehle genau diese Reihenfolge, weil der Import danach am wenigsten Aufwand macht. Die Anleitung dazu steht in Google Search Console einrichten.
Bing übernimmt beim Import zwei Dinge: die Bestätigung der Inhaberschaft und die eingereichten Sitemaps. Die Leistungszahlen erhebt Bing selbst. Laut Microsoft erscheinen die ersten Daten nach bis zu 48 Stunden.
Achte auf das richtige Google-Konto. Kläre deshalb vor dem Import zuerst, über welches Konto die Search Console läuft. Das erspart dir später die Suche nach dem richtigen Zugang. Wer mehrere Konten nutzt, etwa eines privat und eines für die Firma, wählt jenes, unter dem die Property in der Search Console angelegt ist. Bing prüft die Inhaberschaft danach regelmässig über diese Verbindung. Entziehst du den Zugriff später, musst du die Website auf einem anderen Weg bestätigen.
Schritt 2: Manuell bestätigen, wenn der Import nicht passt
Manchmal kommt der Import nicht in Frage, etwa wenn die Search Console einer Agentur gehört oder es sie noch gar nicht gibt. Dann fügst du die Website über «Add a Site» von Hand hinzu und bestätigst sie auf einem dieser Wege:
| Weg | So funktioniert er |
|---|---|
| Domain Connect | Bei unterstützten Domain-Anbietern meldest du dich direkt aus Bing heraus an und der Eintrag wird automatisch gesetzt. |
| XML-Datei | Du lädst die Datei BingSiteAuth.xml herunter und legst sie ins Hauptverzeichnis deiner Website. |
| Meta-Tag | Du fügst eine Zeile in den Kopfbereich deiner Startseite ein. |
| DNS-Eintrag | Du legst in den DNS-Einstellungen deiner Domain einen Eintrag mit dem Code von Bing an. |
Bei WordPress empfehle ich den Meta-Tag, weil er der bequemste Weg ist und viele SEO-Plugins dafür ein eigenes Feld anbieten. Wer die Website nicht selbst betreut, gibt den Code an die zuständige Person weiter.
Wie bei Google empfehle ich auch hier: Trag dich selbst als Inhaber/in ein. Eine Agentur kannst du in der Benutzerverwaltung zusätzlich hinzufügen. So bleiben deine Daten bei dir, wenn sich die Zusammenarbeit einmal ändert.
Schritt 3: Die Sitemap prüfen
Wer importiert hat, findet seine Sitemaps bereits im Bericht «Sitemaps». Alle anderen reichen dort die Adresse ein, bei den meisten Systemen deine-domain.ch/sitemap.xml. Laut Microsoft verarbeitet Bing eingereichte Sitemaps mindestens einmal alle 24 Stunden.
Ein kurzer Blick hinein lohnt sich trotzdem, das empfehle ich dir auch dann, wenn alles automatisch läuft. Zeigt der Bericht einen Fehler oder auffällig wenige gefundene Adressen, liegt die Ursache meistens in der Sitemap selbst oder in der robots.txt. Für Letztere gibt es einen eigenen Robots.txt Tester, der dir zeigt, ob der Suchroboter Bingbot deine wichtigen Seiten erreichen darf. Microsoft betont, dass Bing die Vorgaben in der robots.txt auch für die KI-Funktionen respektiert. Wie du die Datei für Such- und KI-Roboter sinnvoll aufsetzt, steht in Welche KI-Bots deine Seite besuchen dürfen.
Schritt 4: IndexNow einschalten
IndexNow ist ein offenes Protokoll, mit dem deine Website Suchmaschinen aktiv Bescheid gibt, sobald eine Seite neu ist, sich geändert hat oder gelöscht wurde. Du meldest einmal und die Meldung wird mit allen teilnehmenden Suchmaschinen geteilt. Laut der offiziellen Projektseite sind das derzeit Bing, Naver, Seznam.cz, Yandex und Yep. Google gehört nicht dazu.
Für eine Beratungswebsite bedeutet das: Ein neuer Blogbeitrag oder eine überarbeitete Angebotsseite wird bei Bing in der Regel schneller erfasst, ohne auf den nächsten Besuch des Suchroboters zu warten. Eine Garantie für die Aufnahme ist die Meldung allerdings keine.
Für WordPress bietet Microsoft selbst ein Plugin mit dem Namen IndexNow an. Einige SEO-Plugins wie Rank Math bringen die Funktion ebenfalls mit. Bei anderen Systemen empfehle ich eine kurze Frage an die Person, die deine Website betreut. Microsoft verbindet IndexNow übrigens ausdrücklich mit KI-Antworten: Aktuelle Meldungen sollen dafür sorgen, dass KI-Systeme die neueste Fassung einer Seite verwenden.
Die Berichte, die sich ansehen lohnen
Die Bing Webmaster Tools bieten mehr Berichte, als eine kleine Beratungswebsite braucht. Für den Anfang empfehle ich dir diese fünf, sie genügen.
Search Performance. Impressionen, Klicks und durchschnittliche Position, aufgeteilt nach Seiten und Suchbegriffen, mit Daten der letzten 16 Monate. Du liest sie gleich wie in der Search Console. Spannend ist der Vergleich: Welche Seiten laufen bei Bing gut, die bei Google kaum auftauchen?
URL Inspection. Hier prüfst du eine einzelne Adresse. Du siehst, ob Bing sie kennt, ob sie im Index ist und ob technische Probleme den Abruf verhindern.
Site Explorer. Er zeigt die Struktur deiner Website so, wie Bing sie sieht, inklusive Fehlern und gesperrter Bereiche. Hier fallen vergessene Testseiten oder alte Adressen auf, die noch immer abgerufen werden.
Recommendations und Site Scan. Die Empfehlungen sammeln technische Hinweise wie fehlende Beschreibungen oder doppelte Titel. Mit Site Scan startest du eine eigene Prüfung deiner Website. Für kleine Websites empfehle ich einen Durchgang pro Quartal, das reicht.
Backlinks. Der Bericht zeigt, welche Websites auf deine verlinken. Ausserdem erlaubt er einen Blick auf Mitbewerber/innen. Das ist eine kostenlose Quelle, die viele übersehen.
Warum Bing für KI-Antworten zählt
Bei Microsoft Copilot ist die Sache klar dokumentiert. Wenn die Websuche aktiviert ist, erzeugt Copilot aus der Frage eine kurze Suchanfrage, schickt sie an den Suchdienst von Bing und baut die Ergebnisse in die Antwort ein. So beschreibt es Microsoft in der Dokumentation zur Websuche in Microsoft Copilot.
Für Beratende im Firmenumfeld ist das ein konkreter Punkt. Viele Unternehmen arbeiten mit Microsoft 365 und damit zunehmend auch mit Copilot Chat. Eine Verwaltungsrätin, die dort nach einer Begleitung für die Nachfolgeregelung im eigenen KMU fragt, bekommt eine Antwort, deren Webquellen über Bing gefunden wurden. Eine Seite, die Bing nicht kennt, steht für diese Antwort als Quelle gar nicht zur Verfügung.
Bei ChatGPT ist das Bild vielschichtiger. OpenAI schreibt in der eigenen Hilfe, dass die Suche in ChatGPT teilweise mit anderen Suchanbietern zusammenarbeitet. Unter diesen Anbietern nennt OpenAI auch Microsoft. Gleichzeitig betreibt OpenAI einen eigenen Suchroboter namens OAI-SearchBot und hält fest, dass eine Website ihn zulassen muss, um in den Suchantworten zu erscheinen. Messungen zeigen ausserdem, dass sich die Quellen von ChatGPT und Bing nur noch wenig überschneiden. Die Einzelheiten dazu stehen in Woher ChatGPT seine Antworten holt.
Ich ordne das deshalb nüchtern ein. Für Copilot ist der Bing-Index die Grundlage, für ChatGPT eine von mehreren Zulieferungen. Perplexity, Claude und Google stützen sich auf eigene Wege. Jedes System wählt seine Quellen anders aus, wie Jede KI zitiert andere Quellen zeigt. Ein sauber erfasster Auftritt bei Bing ist damit eine solide Grundlage für eine Gruppe von KI-Antworten. Für die übrigen braucht es zusätzlich gut zugängliche und klar formulierte Inhalte.
Der Bericht «AI Performance»
Seit Februar 2026 gibt es in den Bing Webmaster Tools einen Bericht, den die Search Console in dieser Form nicht kennt. Er heisst AI Performance und zeigt laut der Ankündigung im Bing-Blog, wie oft Inhalte deiner Website als Quelle in KI-Antworten erscheinen. Erfasst werden Microsoft Copilot, die KI-Zusammenfassungen in Bing und ausgewählte Partner-Integrationen.
Der Bericht enthält fünf Elemente:
- Total Citations: wie oft deine Seiten im gewählten Zeitraum als Quelle angezeigt wurden.
- Average Cited Pages: wie viele verschiedene Seiten deiner Website im Tagesdurchschnitt zitiert wurden.
- Grounding queries: die Suchbegriffe, mit denen die KI die zitierten Inhalte abgerufen hat.
- Zitate je Seite: welche einzelnen Adressen am häufigsten genannt werden.
- Verlauf: wie sich die Zitate über die Zeit entwickeln.
Am aufschlussreichsten sind die Grounding queries, darum empfehle ich, in diesem Bericht mit ihnen zu beginnen. Sie zeigen die Worte, mit denen die KI nach Belegen sucht. Diese weichen oft von der Frage ab, die jemand gestellt hat. Eine Coachin für Führungskräfte könnte dort zum Beispiel entdecken, dass ihre Seite über den Ablauf eines Coachings vor allem bei Fragen zu Kosten herangezogen wird. Daraus ergibt sich fast von selbst die Idee, den Preisrahmen auf dieser Seite klarer zu beschreiben.
Drei Einschränkungen gehören zur Einordnung. Der Bericht ist als öffentliche Vorschau gekennzeichnet. Die Grounding queries beruhen laut Microsoft auf einer Stichprobe. Welche Partner-Integrationen gezählt werden, legt Microsoft nicht offen. Aus dem Bericht lässt sich deshalb keine Aussage über ChatGPT, Perplexity oder die KI-Übersicht von Google ableiten. Für diese Systeme bleibt der direkte Test der beste Weg, wie ihn KI-Sichtbarkeit selbst testen beschreibt.
Eine Viertelstunde im Monat
Die Bing Webmaster Tools brauchen wenig Pflege. Ich empfehle eine kurze Routine, die du gleich an den monatlichen Blick in die Search Console anhängst. Diese fünf Schritte genügen:
- Search Performance der letzten drei Monate ansehen und mit Google vergleichen.
- Im Bericht AI Performance prüfen, welche Seiten zitiert werden und mit welchen Grounding queries.
- Die Recommendations auf neue Hinweise durchsehen.
- Kontrollieren, ob IndexNow neue Beiträge zuverlässig meldet.
- Eine Beobachtung notieren und daraus eine Massnahme für den nächsten Monat ableiten.
Bei Copywriting Kurz empfehle ich Coaches, Berater/innen und kleinen Consulting-Firmen in der Schweiz und im DACH-Raum, die Bing Webmaster Tools gemeinsam mit der Google Search Console einzurichten, damit beide Datenquellen von Anfang an nebeneinander laufen. In einer GEO-Analyse prüfe ich Sitemap, robots.txt und die Erreichbarkeit für Suchroboter. Wo ein Bing-Konto vorhanden ist, lege ich den Bericht AI Performance neben den direkten Test in ChatGPT, Perplexity und Google. Aus beiden Blickwinkeln entsteht eine kurze Liste mit Seiten, die als Quelle leichter zugänglich und klarer formuliert werden sollen. Was zur laufenden Begleitung gehört, beschreibe ich auf der Seite zur GEO- und SEO-Optimierung.
Wer diese Viertelstunde einplant, sieht einen Teil der Suche, der bei den meisten Beratungswebsites im Dunkeln bleibt. Dazu kommen echte Zahlen zu Zitaten in KI-Antworten, wie sie bisher kaum ein anderer Anbieter so direkt liefert. Wenn du wissen möchtest, wie deine Website in ChatGPT, Perplexity, Copilot und Google heute dasteht, zeigt dir der kostenlose KI-Sichtbarkeits-Check einen ersten Überblick.
