← Alle Beiträge

Website-Relaunch ohne Rankingverlust: Anleitung mit Checkliste

Ein Website-Relaunch kostet Rankings, wenn alte Adressen ins Leere laufen oder rankende Inhalte verschwinden. Wie du alle URLs erfasst, einen 301-Weiterleitungsplan erstellst, den Starttag sauber umsetzt und die ersten acht Wochen beobachtest, mit Checkliste für vorher, am Tag und danach.

Aquarell einer alten Steinbrücke, neben der eine neue entsteht, feine goldene Fäden verbinden jeden alten Stein mit seinem neuen Platz.

Ein neues Design, klarere Texte und endlich ein Angebot, das so aussieht, wie du heute arbeitest: Ein Website-Relaunch fühlt sich nach Aufbruch an. Für Google ist er zunächst ein Umzug, bei dem jede bekannte Adresse neu geprüft wird. Gehen auf diesem Weg Adressen verloren, verschwinden mit ihnen oft genau die Seiten, über die bisher Anfragen kamen.

In dieser Anleitung zeige ich, wie ich einen Website-Relaunch aus SEO-Sicht begleite, von der Bestandsaufnahme bis zu den ersten acht Wochen nach dem Start. Am Ende findest du eine Checkliste für vorher, den Tag des Starts und danach.

Wie gelingt ein Website-Relaunch ohne Rankingverlust?

Ein Website-Relaunch gelingt ohne bleibenden Rankingverlust, wenn jede alte Adresse mit Wert per 301-Weiterleitung auf ihre neue Entsprechung zeigt, die rankenden Inhalte erhalten bleiben und am Tag des Starts keine Sperren aus der Entwicklungsphase online gehen. Kurze Schwankungen gehören dazu. Google schreibt selbst, dass die Sichtbarkeit in der Suche während eines Umzugs vorübergehend schwanken kann. Bei kleinen bis mittelgrossen Websites können laut Google einige Wochen vergehen, bis die meisten Seiten umgezogen sind (Google: Site moves with URL changes).

Fehlen Rankings nach einem Relaunch dauerhaft, steckt meistens eine von vier Ursachen dahinter:

  • Adressen ohne Weiterleitung. Aus /coaching.html wird /angebote/coaching/, die alte Adresse liefert eine Fehlerseite.
  • Verlorene Inhalte. Beim Kürzen für das neue Design verschwinden Absätze, Zwischentitel oder ganze Unterseiten, die für Suchanfragen gerankt haben.
  • Technische Sperren. Ein «noindex» oder eine gesperrte robots.txt aus der Testumgebung bleibt nach dem Start aktiv.
  • Gekappte Verbindungen. Links von anderen Websites zeigen auf alte Adressen, interne Links führen ins Leere.

Alle vier lassen sich mit Vorbereitung weitgehend vermeiden.

Vorbereitung: alle Adressen erfassen und die wertvollen markieren

Ein Weiterleitungsplan ist nur so vollständig wie die Liste, auf der er beruht. Ich sammle die Adressen der bestehenden Website aus drei Quellen, weil jede etwas anderes sichtbar macht.

Die Sitemap. Sie enthält die Seiten, die deine Website selbst als relevant meldet. Ältere Seiten und PDF-Dateien fehlen darin häufig.

Die Search Console. Im Leistungsbericht siehst du jede Seite, die in den letzten Monaten Impressionen oder Klicks hatte. Ich exportiere die vollen sechzehn Monate, die der Bericht anbietet, damit auch saisonale Seiten dabei sind. Der Bericht «Links» zeigt zusätzlich, welche deiner Seiten von anderen Websites verlinkt werden. Falls die Search Console noch fehlt, richte sie vor dem Relaunch ein, die Schritte stehen in Google Search Console einrichten.

Ein Crawl. Ein Programm wie der Screaming Frog SEO Spider folgt allen Links deiner Website und listet jede erreichbare Adresse auf, Bilder und PDF-Dateien eingeschlossen.

Aus den drei Quellen entsteht eine Tabelle mit einer Zeile pro Adresse. In zwei zusätzlichen Spalten markiere ich, was Wert hat: Seiten mit Klicks oder Impressionen in der Search Console und Seiten, auf die externe Links zeigen. An ihnen hängt die bestehende Sichtbarkeit. Für jede davon notiere ich die Suchanfragen, über die sie heute Klicks bekommt. Diese Momentaufnahme speichere ich mit Datum als Grundlage für jeden späteren Vergleich.

Der Weiterleitungsplan mit 301 eins zu eins

Jede alte Adresse, die sich ändert, bekommt ein festes neues Ziel. Google empfiehlt für einen Umzug dauerhafte Weiterleitungen auf dem Server, also die Statuscodes 301 oder 308. Bei einer dauerhaften Weiterleitung wertet Google das Ziel als neue kanonische Adresse. Vorübergehende Weiterleitungen mit 302 oder 307 sind für kurze Umleitungen gedacht, dabei behält Google eher die alte Adresse in den Suchergebnissen (Google: Redirects and Google Search).

Eins zu eins heisst: Jede alte Seite zeigt auf die Seite, die heute dasselbe Thema behandelt. Ein Weiterleitungsplan könnte für die Website einer Coachin für Führungskräfte zum Beispiel so aussehen:

Alte Adresse Neue Adresse Status Notiz
/coaching.html /angebote/fuehrungscoaching/ 301 rankt, hat externe Links
/ueber-uns.html /ueber-mich/ 301
/blog/2021/feedback-geben/ /blog/feedback-geben/ 301 rankt
/workshop-teamtage.html /angebote/teamentwicklung/ 301 Inhalt zusammengeführt
/kontakt.php /kontakt/ 301
/angebot-herbst-2022.html keine 410 Angebot gibt es nicht mehr

Beim Ausfüllen halte ich mich an einige Regeln:

  • Direkt zum Endziel. Jede Weiterleitung führt in einem Schritt auf die neue Seite.
  • Zusammenführen ist möglich. Werden zwei alte Seiten zu einer neuen, dürfen beide auf diese eine Seite zeigen.
  • Die Startseite ist kein Sammelbecken. Google rät davon ab, viele alte Adressen auf ein einzelnes unpassendes Ziel wie die Startseite zu leiten. Für Inhalte, die es wirklich nicht mehr gibt, setze ich einen Statuscode 404 oder 410.
  • Weiterleitungen bleiben. Google empfiehlt, sie so lange wie möglich beizubehalten, in der Regel mindestens ein Jahr. Ich lasse sie dauerhaft bestehen.
  • Varianten mitdenken. Adressen mit «www» oder «http» gehören ebenfalls in den Plan.

Bei Websites, die ich betreue, führe ich eine vollständige Liste aller Weiterleitungen. Ein kleines Skript prüft regelmässig jede einzelne Zeile: Es ruft die alte Adresse live auf und kontrolliert, ob sie mit dem richtigen Statuscode auf das richtige Ziel führt. So fällt rasch auf, wenn ein Update, eine neue Serverregel oder eine Änderung im System eine bestehende Weiterleitung überschreibt.

Inhalte, Titel und Struktur der rankenden Seiten bewahren

Weiterleitungen bringen Google zur neuen Adresse. Ob die Seite dort wieder rankt, entscheidet sich an dem, was Google vorfindet. Hat die alte Seite zum Führungscoaching mit ausführlichen Antworten gerankt und steht dort danach ein kurzer Text mit Bildergalerie, bewertet Google sie neu.

Für jede markierte Seite vergleiche ich deshalb die alte mit der neuen Fassung:

  • Seitentitel und Hauptüberschrift. Die Begriffe, über die die Seite gefunden wird, bleiben enthalten. Formulierungen dürfen sich ändern, das Thema bleibt erkennbar.
  • Haupttext. Abschnitte, die bisher Suchanfragen beantwortet haben, bleiben erhalten. Neu ordnen, kürzen und verbessern ist willkommen, solange die Antworten auf der Seite bleiben.
  • Interne Links. Google empfiehlt, die internen Links direkt auf die neuen Adressen umzustellen. Wie du die Struktur dabei mitordnest, zeige ich in Interne Verlinkung.
  • Bilder. Alternativtexte übernehme ich mit.

Werden Texte grundlegend neu geschrieben, beantwortet die neue Fassung dieselben Suchanfragen wie die alte, idealerweise klarer.

Der Tag des Starts: Sitemap, robots.txt, noindex und Canonicals

Am Tag des Starts arbeite ich eine feste Reihenfolge ab, damit keine Sperre aus der Testphase online bleibt. Google erinnert in seiner Anleitung ausdrücklich daran, «noindex» und Sperren in der robots.txt zu entfernen, die nur für die Migration nötig waren.

  1. Weiterleitungen aktivieren und prüfen. Direkt nach dem Umschalten läuft die gesamte Weiterleitungsliste einmal durch das Prüfskript, Zeile für Zeile.
  2. robots.txt kontrollieren. Testumgebungen sperren Crawler oft mit «Disallow: /». Diese Zeile darf auf der neuen Website nicht stehen. Bei dieser Gelegenheit prüfe ich, wie die Regeln für KI-Crawler gesetzt sind, wie ich es in KI-Crawler und robots.txt beschreibe.
  3. noindex entfernen. In WordPress steckt die Sperre oft in der Einstellung «Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren» unter Einstellungen, Lesen.
  4. Canonicals prüfen. Die Canonical-Angaben der neuen Seiten verweisen auf die neuen Adressen, ohne Reste der Testdomain.
  5. Sitemap einreichen. Die neue Sitemap enthält nur erreichbare, neue Adressen und kommt in der Search Console unter «Sitemaps» hinein.
  6. Wichtige Seiten anstossen. Für die Startseite und die zentralen Angebotsseiten beantrage ich über die URL-Prüfung die Indexierung.
  7. Domainwechsel melden. Ändert sich die Domain, kommt das Tool zur Adressänderung in der Search Console dazu.

Die ersten acht Wochen beobachten

In der ersten Woche schaue ich täglich hin, danach wöchentlich bis etwa acht Wochen nach dem Start. Bei Websites mit Kundschaft in der Schweiz filtere ich die Zahlen in der Search Console auf das Land Schweiz.

Bericht «Seiten». Unter «Nicht gefunden (404)» erscheinen Adressen, die Google aufruft und nicht findet. Jede alte Adresse, die hier auftaucht und Wert hatte, bekommt eine Weiterleitung und eine neue Zeile in der Liste.

Leistungsbericht. Ich vergleiche Impressionen und Klicks der markierten Seiten mit der Momentaufnahme von vorher.

Weiterleitungen und interne Links. Das Prüfskript läuft weiterhin regelmässig. Ein neuer Crawl der Website zeigt, ob interne Links noch auf Weiterleitungen oder Fehlerseiten zeigen.

Schwankungen in den ersten Wochen sind normal. Fehlt eine wichtige Seite nach mehreren Wochen weiterhin, prüfe ich in dieser Reihenfolge: Greift die Weiterleitung, ist der Inhalt vollständig, ist die Seite indexiert? Ob ein Einbruch technisch bedingt ist oder eine andere Ursache hat, kannst du mit dem Ablauf in Google-Abstrafung erkennen eingrenzen.

Was ein Relaunch für KI-Antworten bedeutet

ChatGPT, Perplexity oder der KI-Modus von Google stützen sich für ihre Antworten zu grossen Teilen auf Suchindizes und eigene Crawler. Wie genau sie einen Relaunch verarbeiten, ist öffentlich kaum dokumentiert. Plausibel ist, dass dieselben Grundlagen tragen. Zwei Punkte kommen hinzu.

Strukturierte Daten übernehmen. Angaben nach Schema.org, etwa zu deiner Person, deinem Unternehmen oder deinen Leistungen, stecken oft im alten Theme oder in einem Plugin. Mit dem Wechsel verschwinden sie leicht. Ich prüfe die zentralen Seiten vor und nach dem Start mit dem Rich Results Test und dem Schema Markup Validator. Mehr dazu in Strukturierte Daten nach Schema.org.

Angaben konsistent halten. Ein Relaunch ist oft der Moment, in dem Angebote umbenannt, Preise angepasst oder Schwerpunkte verschoben werden. KI-Systeme setzen ihr Bild aus vielen Quellen zusammen. Stimmen diese Quellen überein, steigt die Chance, dass die Antwort deinen aktuellen Stand wiedergibt. Ich gleiche deshalb Name, Angebotsbezeichnungen, Region und Kontaktdaten auf der neuen Website mit den wichtigen Profilen ab und passe sie am selben Tag an.

Ich prüfe meine eigene Sichtbarkeit in KI-Antworten jeden Monat mit denselben Fragen in ChatGPT, Perplexity und dem KI-Modus. Diese Routine eignet sich auch für einen Relaunch: einige Fragen vor dem Start notieren und dieselben Fragen in den Wochen danach erneut stellen.

Checkliste für den Website-Relaunch: vorher, am Tag, danach

Vorher

  1. Search Console eingerichtet und Daten der letzten sechzehn Monate exportiert
  2. Adressen aus Sitemap, Search Console und Crawl in einer Tabelle zusammengeführt
  3. Seiten mit Klicks, Impressionen oder externen Links markiert
  4. Für jede alte Adresse ein Ziel festgelegt, mit 301 oder bewusst 404 oder 410
  5. Titel, Überschriften und Kerntexte der markierten Seiten in die neue Fassung übernommen
  6. Interne Links auf die neuen Adressen umgestellt
  7. Strukturierte Daten auf der neuen Website eingebaut

Am Tag des Starts

  1. Weiterleitungen aktiv und vollständig geprüft
  2. robots.txt ohne Sperre aus der Testphase
  3. Kein «noindex» auf Seiten, die gefunden werden sollen
  4. Canonicals auf die neuen Adressen
  5. Neue Sitemap in der Search Console eingereicht
  6. Indexierung für die zentralen Seiten beantragt
  7. Bei Domainwechsel: Adressänderung gemeldet
  8. Profile wie LinkedIn und Verzeichnisse an neue Angaben angepasst

Danach, acht Wochen lang

  1. Bericht «Seiten» auf neue 404-Fehler prüfen
  2. Leistungsbericht mit der Momentaufnahme vergleichen, mit Länderfilter
  3. Weiterleitungen regelmässig per Skript prüfen
  4. Crawl auf interne Links zu Weiterleitungen oder Fehlerseiten
  5. Strukturierte Daten stichprobenartig testen
  6. KI-Antworten mit den notierten Fragen erneut prüfen

Bei Copywriting Kurz begleite ich Relaunches für Coaches, Berater/innen und Consulting-Firmen in der Schweiz und im DACH-Raum, vom Erfassen der Adressen über den Weiterleitungsplan bis zur Beobachtung nach dem Start. Das lässt sich gut mit der Agentur abstimmen, die das neue Design umsetzt. Was die Website-Optimierung sonst umfasst, von klaren Texten bis zu strukturierten Daten, beschreibe ich auf der Leistungsseite.

Steht bei dir ein Relaunch an, lohnt sich ein Blick auf den heutigen Stand, bevor sich etwas ändert. Der kostenlose KI-Sichtbarkeits-Check zeigt dir, wie deine Website heute in KI-Antworten erscheint. Das ergibt einen Ausgangswert für den Vergleich nach dem Start.

Tobias Michael Kurz

Tobias Michael Kurz

Copywriter und GEO-Optimierer. Ich helfe Coaches, Berater/innen sowie Consulting-Unternehmen, in ChatGPT, Perplexity und Google gefunden und empfohlen zu werden. Mehr über mich

Hilfreich gewesen? Dann erscheinen meine Beiträge bei dir künftig häufiger. Nur bei dir, jederzeit widerrufbar.

Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

FAQ

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis sich die Rankings nach einem Relaunch stabilisieren?

Laut Google können bei kleinen bis mittelgrossen Websites einige Wochen vergehen, bis die meisten Seiten umgezogen sind. Die Sichtbarkeit kann in dieser Zeit schwanken. Eine feste Dauer gibt es nicht. Wenn eine wichtige Seite nach mehreren Wochen weiterhin fehlt, lohnt sich eine gezielte Prüfung von Weiterleitung, Inhalt und Indexierung.

Wie lange muss ich Weiterleitungen nach einem Website-Relaunch behalten?

Google empfiehlt, Weiterleitungen so lange wie möglich beizubehalten, in der Regel mindestens ein Jahr. Ich lasse sie dauerhaft bestehen, weil Links von anderen Websites und alte Lesezeichen oft über Jahre auf die früheren Adressen zeigen.

Soll ich beim Relaunch 301 oder 302 verwenden?

Für einen Relaunch passt eine dauerhafte Weiterleitung mit Statuscode 301 oder 308. Google wertet dabei das Ziel als neue kanonische Adresse. Eine 302-Weiterleitung ist für vorübergehende Umleitungen gedacht, Google zeigt dann eher weiterhin die alte Adresse in den Suchergebnissen.

Muss ich nach dem Relaunch eine neue Sitemap einreichen?

Ja, Google empfiehlt, die neue Sitemap in der Search Console einzureichen. Sie sollte nur die neuen, erreichbaren Adressen enthalten. Für einige wichtige Seiten kannst du zusätzlich über die URL-Prüfung die Indexierung beantragen.

Brauche ich das Tool zur Adressänderung in der Search Console?

Nur wenn du die Domain oder Subdomain wechselst, also etwa von einer alten auf eine neue Domain umziehst. Bleibt die Domain gleich und ändern sich nur die Pfade, genügen die Weiterleitungen und die neue Sitemap.

WhatsApp-Community · kostenlos Sichtbar mit KI, die Community Der ruhige Ort, um in ChatGPT, Perplexity und Google gefunden zu werden. Live-Call: jeden ersten Dienstag im Monat, 12:15 Uhr Beitreten Noch ist die Gruppe klein. Wer jetzt einsteigt, ist von Anfang an dabei.

Neugierig geworden?

Sieh, wie sichtbar du für KI bist

Starte mit dem kostenlosen KI-Sichtbarkeits-Check, ganz ohne Verpflichtung.

Zum kostenlosen KI-Sichtbarkeits-Check