Interne Verlinkung: Anleitung für kleine Websites von Coaches und Beratenden
Interne Links helfen Google beim Auffinden und Einordnen deiner Seiten und führen Lesende zum passenden Angebot. Wie du eine Website mit 10 bis 100 Seiten rund um deine Leistungen verlinkst, Waisenseiten findest und die typischen Fehler vermeidest.
Von innen wirkt eine Website mit zwanzig Seiten übersichtlich, weil du weisst, wo was steht. Für Google, für KI-Systeme und für Menschen, die zum ersten Mal auf deiner Seite landen, entsteht dieses Bild erst aus den Verbindungen zwischen den Seiten. Diese Verbindungen sind die internen Links.
Interne Verlinkung bedeutet, dass Seiten derselben Website aufeinander verweisen: aus einem Blogbeitrag auf eine Leistungsseite, von der Startseite auf das Angebot, aus der Fusszeile auf das Impressum. Im Kern ist das eine redaktionelle Entscheidung darüber, welche Seiten zusammengehören und welche dir am wichtigsten sind. In dieser Anleitung zeige ich, wie ich die interne Verlinkung für Websites mit 10 bis 100 Seiten aufbaue, also für die typische Grösse bei Coaches, Berater/innen und kleinen Beratungsfirmen.
Was interne Links für Google leisten
Die eigene Dokumentation von Google beschreibt die Rolle von Links knapp: Google nutzt sie als Signal für die Relevanz von Seiten sowie als Weg zu neuen Seiten, die gecrawlt werden sollen (Link best practices for Google). Daraus ergeben sich drei Aufgaben, die interne Links auf einer kleinen Website übernehmen.
Auffinden. Der Crawler von Google bewegt sich von Link zu Link. Eine Seite, auf die kein anderer Link zeigt, wird schwerer gefunden, auch wenn sie in der Sitemap steht. Google empfiehlt deshalb, dass jede Seite, die dir wichtig ist, von mindestens einer anderen Seite deiner Website verlinkt wird.
Gewichtung. Seiten, auf die viele andere Seiten verweisen, erscheinen innerhalb der Website als wichtiger. Wenn dein Hauptangebot nur über ein Untermenü erreichbar ist, während ein alter Beitrag über eine Veranstaltung von 2022 aus jeder Seitenleiste verlinkt wird, setzt du die Gewichte vermutlich anders, als du es beabsichtigst.
Kontext. Der Ankertext, also der klickbare Text eines Links, sagt Google, worum es auf der Zielseite geht. Laut der Dokumentation ist ein guter Ankertext beschreibend, angemessen kurz und passend zur Seite, auf der er steht, sowie zur Seite, auf die er führt. Ein Link mit dem Text «Coaching für neue Führungskräfte» gibt also deutlich mehr Auskunft als ein Link mit «mehr erfahren».
Wie stark einzelne Links wirken, legt Google nicht offen. Bei kleinen Websites orientiere ich mich deshalb an diesen drei Grundsätzen, die in aller Regel genügen.
Was interne Links für Menschen leisten
Für Besucher/innen ist ein interner Link vor allem ein Angebot für den nächsten Schritt. Jemand liest einen Beitrag über die ersten hundert Tage als Führungskraft und merkt beim Lesen, dass genau diese Fragen gerade anstehen. In diesem Moment braucht die Person einen Weg zur passenden Leistung, direkt dort, wo sie gerade liest: im Text, nahe beim Absatz, der sie angesprochen hat.
Eine Website ohne solche Wege verlangt, dass Lesende selbst in der Navigation suchen. Manche tun das, viele schliessen den Tab jedoch und tragen ihre Frage zu jemand anderem. Interne Links verkürzen den Weg von der Frage zur Lösung. Wie dieser Weg auf einer Website insgesamt aussieht, beschreibe ich in sieben Elemente, die aus Besuchenden Anfragen machen.
Wer von einem Beitrag zum nächsten und von dort zur Leistung findet, erlebt ausserdem eine Fachperson, die ihr Gebiet gründlich bearbeitet hat.
Warum Themencluster auch KI-Systemen helfen
Ein Themencluster ist eine Gruppe von Seiten, die ein gemeinsames Thema aus verschiedenen Richtungen behandeln und aufeinander verweisen. Im Zentrum steht meistens eine Leistungsseite, rundherum stehen Beiträge, die einzelne Fragen vertiefen.
Wie genau ChatGPT, Perplexity oder der KI-Modus von Google interne Links auswerten, ist öffentlich kaum dokumentiert. Plausibel ist Folgendes: Viele dieser Systeme stützen sich auf Suchindizes und Crawler, die sich ebenfalls über Links durch eine Website bewegen. Eine gut eingebundene Seite wird eher gefunden und eher im richtigen Zusammenhang gelesen. Wenn fünf Beiträge über Konfliktmoderation in Teams alle auf dieselbe Leistungsseite verweisen und diese Seite zurück auf die Beiträge, entsteht ein zusammenhängendes Bild: Diese Website behandelt das Thema gründlich und an einem klar erkennbaren Ort.
Ob das die Chance auf eine Nennung in einer KI-Antwort messbar erhöht, lässt sich heute kaum belegen. Eine klare Struktur hilft Menschen in jedem Fall und macht es auch Maschinen leichter, deine Website als zusammenhängende Quelle zu lesen.
Die Angebotsseiten als Zentrum
Auf einer kleinen Beratungswebsite zählen die Angebotsseiten am meisten. Dort entscheidet sich, ob jemand anfragt. Gleichzeitig ziehen KI-Systeme gerade solche Seiten besonders häufig heran, wie ich in Angebotsseiten werden zitiert, Blogs kaum beschrieben habe. Ich richte die interne Verlinkung deshalb so ein, dass sie diese Gewichtung spiegelt.
In der Praxis gehe ich dabei so vor:
- Jede Leistung hat eine eigene Seite mit eigener Adresse.
- Jeder Blogbeitrag verlinkt auf genau die Leistung, zu der er thematisch gehört, idealerweise einmal im Fliesstext und einmal am Ende.
- Jede Leistungsseite verlinkt auf zwei bis vier Beiträge, die typische Fragen dazu vertiefen.
- Die Startseite verlinkt direkt auf alle Leistungsseiten.
Ein Beispiel: Eine Coachin für Führungskräfte bietet Einzelcoaching, Teamworkshops und ein Programm für neue Führungskräfte an. Ihre Beiträge über Feedbackgespräche, Delegation und die ersten hundert Tage verlinken auf das Programm für neue Führungskräfte. Beiträge über Teamkonflikte und Retrospektiven verlinken auf die Teamworkshops. Jede Leistungsseite verweist zurück auf ihre zwei oder drei stärksten Beiträge. So entstehen drei kleine Cluster, die Google, KI-Systemen und Lesenden gleichermassen zeigen, welche Inhalte zusammengehören.
Wenn ich mit Kund/innen neue Beiträge plane, legen wir diese Zuordnung vorab fest. Dasselbe empfehle ich dir für deine eigene Planung. Bevor ein Text entsteht, steht dann bereits fest, auf welche Leistung er verweist. Wie du den Text selbst aufbaust, steht in SEO-Texte schreiben. Was am Ende einer Seite den nächsten Schritt einleitet, beschreibe ich in Call to Action ohne Druck.
Ankertexte, die sagen, wohin es geht
Der beste Ankertext beschreibt das Ziel so, dass jemand den Link auch ohne den umgebenden Satz versteht. Google empfiehlt beschreibende Texte und rät von allgemeinen Formulierungen wie «hier klicken» oder «mehr lesen» ab.
| Allgemein | Beschreibend |
|---|---|
| hier klicken | Coaching für neue Führungskräfte |
| mehr erfahren | Ablauf und Preise der Teamworkshops |
| dieser Beitrag | ein schwieriges Feedbackgespräch vorbereiten |
| Angebot | Mediation bei Konflikten im Familienunternehmen |
Drei Hinweise, auf die ich in der Praxis achte:
Natürlich formulieren. Der Ankertext gehört in einen Satz, der auch ohne Link gut lesbar ist.
Variieren. Wenn zehn Beiträge auf dieselbe Leistung verweisen, darf der Ankertext jedes Mal etwas anders lauten: «Coaching für neue Führungskräfte», «Begleitung in den ersten Monaten als Chefin oder Chef», «das Programm für den Einstieg in die Führung». Das liest sich natürlicher und beleuchtet verschiedene Seiten desselben Themas.
Kurz halten. Zwei bis acht Wörter reichen meistens. Ein ganzer verlinkter Satz verwässert die Aussage.
Waisenseiten finden
Eine Waisenseite ist eine Seite, auf die kein interner Link zeigt. Sie existiert, steht vielleicht sogar in der Sitemap, ist für Besucher/innen und Crawler aber nur über Umwege erreichbar. Auf kleinen Websites entstehen solche Seiten leicht: eine Landingpage für einen vergangenen Workshop, eine ältere Fassung einer Leistungsseite oder ein Beitrag, der nie im Blogarchiv aufgetaucht ist.
Um sie zu finden, nutze ich zwei kostenlose Wege, die dir genauso offenstehen.
Google Search Console. Im Bericht «Links» zeigt die Tabelle zu den internen Links, welche deiner Seiten wie oft von anderen Seiten deiner Website verlinkt werden. Ich vergleiche diese Liste anschliessend mit der Sitemap: Seiten, die in der Tabelle fehlen oder nur einen einzigen Link haben, sind Kandidaten. Google weist darauf hin, dass der Bericht eine Stichprobe zeigt, er eignet sich also als erster Hinweis. Falls du die Search Console noch nicht nutzt, findest du die Einrichtung in Google Search Console einrichten.
Screaming Frog SEO Spider. Das Programm folgt wie ein Crawler allen Links deiner Website. Die kostenlose Version erfasst bis zu 500 Adressen pro Durchlauf (Screaming Frog), was für eine Website mit bis zu hundert Seiten in der Regel genügt. In der Spalte «Inlinks» siehst du, wie viele interne Links auf jede Seite zeigen. Seiten aus deiner Sitemap, die der Durchlauf gar nicht findet, hängen an keinem Link.
Für jede gefundene Waisenseite wähle ich einen von drei Wegen:
- Einbinden, wenn die Seite wichtig ist: ein Link aus einer passenden Leistungsseite oder einem verwandten Beitrag.
- Zusammenführen, wenn sie ein Thema doppelt behandelt: Inhalt in die stärkere Seite übernehmen und die alte Adresse weiterleiten.
- Entfernen, wenn sie keinen Zweck mehr erfüllt, etwa bei einem Angebot, das es nicht mehr gibt.
Navigation, Fusszeile und Breadcrumbs
Neben den Links im Fliesstext gibt es feste Orte, an denen interne Links auf jeder Seite erscheinen.
Hauptnavigation. Sie trägt viel Gewicht, weil sie auf jeder Seite sichtbar ist. Auf einer kleinen Website gehören die Leistungen, die Seite über dich, der Blog und der Kontakt hinein. Ich empfehle fünf bis sieben Punkte, so bleibt die Navigation gut überschaubar.
Fusszeile. Hier finden Impressum, Datenschutz und gern eine kurze Liste der Leistungen Platz. Sie eignet sich für Seiten, die überall erreichbar sein sollen, ohne die Navigation zu überladen.
Breadcrumbs. Das ist die kleine Pfadangabe oben auf einer Seite, etwa «Start › Blog › Feedbackgespräche vorbereiten». Sie zeigt den Platz einer Seite in der Struktur und verbindet jeden Beitrag automatisch mit seiner Kategorie.
Typische Fehler
Zu viele Links auf einer Seite. Google nennt keine ideale Anzahl und hält sinngemäss fest, dass es vermutlich zu viele sind, wenn es sich nach zu vielen anfühlt. In einem Beitrag mit 1500 Wörtern setze ich meist drei bis sechs Links im Text, die er gut trägt.
Immer derselbe Ankertext. Zehn Links mit exakt «Business Coaching Bern» wirken mechanisch, für Menschen wie für Suchmaschinen. Abwechslung innerhalb des Themas liest sich besser.
Links ins Leere nach einer Umbenennung. Wer eine Seite umbenennt oder ihre Adresse ändert, bricht alle Links, die auf die alte Adresse zeigen. Besucher/innen landen auf einer Fehlerseite, Google verliert die Verbindung. Ich beuge dem mit zwei Schritten vor: eine dauerhafte Weiterleitung (301) von der alten auf die neue Adresse einrichten und die internen Links direkt auf die neue Adresse anpassen. Screaming Frog zeigt nach einem Durchlauf, welche Links auf Fehlerseiten oder Weiterleitungen führen.
Nur von neu nach alt verlinken. Ältere Beiträge bekommen oft nie einen Link auf neuere. Bei jedem neuen Beitrag werfe ich deshalb einen Blick zurück: Welche zwei bestehenden Texte könnten auf den neuen verweisen?
Die Checkliste
- Hat jede Leistung eine eigene Seite, die von der Startseite aus direkt verlinkt ist?
- Verlinkt jeder Blogbeitrag auf die passende Leistung?
- Verweist jede Leistungsseite auf zwei bis vier vertiefende Beiträge?
- Beschreiben die Ankertexte das Ziel?
- Variieren die Ankertexte, wenn mehrere Seiten auf dasselbe Ziel zeigen?
- Hat jede wichtige Seite mindestens einen internen Link?
- Führen alle internen Links direkt auf eine erreichbare Seite, ohne Umweg über Weiterleitungen?
- Bleibt die Navigation überschaubar, mit den Leistungen gut sichtbar?
Bei Copywriting Kurz gehört die interne Verlinkung zur Website-Optimierung, die ich für Coaches, Berater/innen und kleine Consulting-Firmen in der Schweiz und im DACH-Raum übernehme. Ich lege zuerst fest, welche Angebotsseiten das Zentrum bilden, ordne danach jedem Beitrag seine Leistung zu und prüfe Navigation, Ankertexte und Waisenseiten mit den Werkzeugen aus dieser Anleitung. Dabei arbeite ich mit deiner bestehenden Website, ob WordPress, Webflow oder ein Baukasten. Was die Website-Optimierung sonst umfasst, von klaren Texten bis zu strukturierten Daten, beschreibe ich auf der Leistungsseite.
Ich empfehle, diese Liste einmal im Halbjahr durchzugehen und zusätzlich jedes Mal, wenn eine neue Leistung oder ein grösserer Beitrag dazukommt. Wenn du wissen möchtest, wie deine Website heute in KI-Antworten erscheint und ob deine Angebotsseiten dort als Quelle auftauchen, gibt dir der kostenlose KI-Sichtbarkeits-Check einen ersten Überblick.
