Microsoft Clarity einrichten: Heatmaps und Aufzeichnungen datenschutzkonform
Microsoft Clarity zeigt kostenlos, wie weit Besucher/innen lesen, wohin sie klicken und wo sie aufhören. Wie ich Clarity mit Cookie-Banner, Consent-Signal und Maskierung eingerichtet habe und was Coaches und Beratende aus Heatmaps und Aufzeichnungen lernen.
Microsoft Clarity zeigt dir, was Besucher/innen auf deiner Website tun: wie weit sie lesen, wohin sie klicken und an welcher Stelle sie aufhören. Anfang Oktober 2026 habe ich das Werkzeug auf copywriting-kurz.com eingebaut, mit Cookie-Banner, Consent-Signal und ausgeblendeten Formulareingaben. In dieser Anleitung zeige ich dir, wie ich dabei vorgegangen bin, was Microsoft zur Einwilligung verlangt und was du als Coach oder Berater/in aus den Daten lernen kannst.
Was ist Microsoft Clarity?
Microsoft Clarity ist ein kostenloses Werkzeug, das das Verhalten von Besucher/innen auf einer Website sichtbar macht. Microsoft beschreibt es als Verhaltensanalyse mit Sitzungsaufzeichnungen, Heatmaps, Trichtern und KI-gestützten Auswertungen. Zum Preis hält die offizielle Übersicht von Microsoft fest, dass Clarity dauerhaft kostenlos ist und keine Pflicht zu einer bezahlten Version besteht.
Der Unterschied zu Google Analytics oder Matomo liegt in der Blickrichtung. Ein Statistikwerkzeug zählt Besuche, Quellen und Anfragen. Clarity zeigt, was innerhalb einer Seite geschieht: ob jemand deinen Preisabschnitt erreicht hat, ob ein Button übersehen wird und an welcher Stelle Menschen hängen bleiben. Die beiden Sichten ergänzen sich, weil die eine erklärt, wie viele Menschen kommen, während die andere zeigt, was sie auf der Seite erleben.
Ein Hinweis aus derselben Übersicht verdient Beachtung: Microsoft schreibt, dass Clarity auf Websites oder Apps für Personen unter 18 Jahren nicht eingesetzt werden soll. Wer als Coach gezielt Jugendliche begleitet, klärt diesen Punkt also zuerst.
Was Clarity misst: Heatmaps, Aufzeichnungen und Frust-Signale
Clarity sammelt Daten zu Klicks, Scrollbewegungen und Seitenwechseln. Daraus entstehen mehrere Ansichten, die sich gegenseitig ergänzen. Die Definitionen in der Tabelle folgen der Dokumentation von Microsoft.
| Funktion | Was du siehst | Typische Frage auf einer Coaching-Website |
|---|---|---|
| Klick-Heatmap | Wo auf einer Seite geklickt wird, warme Farben für viele Klicks | Wird der Button für das Erstgespräch gefunden? |
| Scroll-Heatmap | Welcher Anteil der Besucher/innen eine Stelle erreicht, in Schritten von fünf Prozent | Wie viele sehen den Abschnitt mit den Paketen? |
| Sitzungsaufzeichnungen | Den Ablauf eines einzelnen Besuchs mit Scrollen, Klicks und Seitenwechseln | An welcher Stelle bricht jemand den Weg zur Anfrage ab? |
| Rage Clicks | Mehrere schnelle Klicks auf engem Raum | Wo erwartet jemand ein klickbares Element? |
| Dead Clicks | Klicks, auf die keine sichtbare Reaktion folgt | Welche Bilder oder Begriffe sehen aus wie ein Link? |
| Excessive Scrolling | Auffällig viel Scrollen auf und ab | Sucht jemand etwas, das schwer zu finden ist? |
| Quick Backs | Eine rasche Rückkehr zur vorherigen Seite | Hält ein Link, was sein Text verspricht? |
Die Scroll-Heatmap zeigt zusätzlich den durchschnittlichen sichtbaren Bereich, bevor jemand zu scrollen beginnt. Für Angebotsseiten ist diese Ansicht aufschlussreich, weil sie zeigt, welcher Teil deines Textes überhaupt gelesen werden kann.
Die Einwilligung: was Microsoft seit Oktober 2025 verlangt
Seit dem 31. Oktober 2025 setzt Microsoft für Seitenaufrufe aus dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), aus Grossbritannien und aus der Schweiz ein gültiges Consent-Signal voraus. Laut Dokumentation zum Consent Mode braucht es dieses Signal, damit Clarity für Besuche aus diesen Regionen voll funktioniert. Der Consent Mode ist für diese Besuche standardmässig aktiv.
Fehlt die Zustimmung, arbeitet Clarity in einem Modus ohne Cookies. Jeder Seitenaufruf erhält dann eine eigene Kennung, sodass sich mehrere Seiten eines Besuchs keiner gemeinsamen Sitzung zuordnen lassen. Erst wenn die Zustimmung gemeldet ist, setzt Clarity seine Cookies und verbindet die Seitenaufrufe zu einer Sitzung.
Für die Meldung gibt es die Consent-API in der Version 2, kurz consentv2. Sie kennt zwei Angaben: eine für Analyse und eine für Werbung. Jede steht entweder auf «granted» oder auf «denied».
window.clarity('consentv2', {
ad_Storage: "denied",
analytics_Storage: "granted"
});
Microsoft behandelt Besuche aus der Schweiz hier gleich wie Besuche aus der EU. Wer eine Schweizer Website betreibt und vollständige Daten aus Clarity möchte, braucht also in jedem Fall ein sauberes Einwilligungssignal.
Für die Umsetzung gibt es zwei Wege. Beim ersten lädt das Clarity-Skript sofort und wartet im Consent Mode ohne Cookies auf die Zustimmung. Beim zweiten lädt das Skript erst, nachdem jemand im Cookie-Banner zugestimmt hat. Ich habe mich für den zweiten Weg entschieden, weil vor der Zustimmung dann gar keine Verbindung zu Clarity entsteht.
Microsoft Clarity einrichten: so bin ich vorgegangen
Die Reihenfolge passt für WordPress, Webflow oder einen Baukasten gleichermassen.
- Projekt anlegen. Auf clarity.microsoft.com anmelden, ein neues Projekt mit Namen und Adresse der Website erstellen. Clarity zeigt danach einen kurzen Tracking-Code an.
- Cookies im Projekt ausschalten. Microsoft empfiehlt, unter «Settings» und «Setup» die Cookies standardmässig auszuschalten. Clarity wartet dann auf ein gültiges Signal, bevor es Cookies setzt.
- Skript an die Zustimmung koppeln. Den Tracking-Code habe ich so eingebunden, dass er erst lädt, wenn jemand im Banner der Analyse zustimmt. Wer ein Consent-Tool nutzt, ordnet Clarity dort der Kategorie Statistik oder Analyse zu.
- Einwilligung melden. Direkt nach dem Laden meldet meine Seite die Zustimmung über consentv2: Analyse erlaubt, Werbung abgelehnt. Ich schalte keine Werbung, also gibt es für diesen Teil auch keinen Grund.
- Maskierung festlegen. Die Stufe steht bei mir auf «Balanced», Formulareingaben sind ausgeblendet. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.
- Banner und Datenschutzerklärung ergänzen. Im Banner steht Clarity jetzt mit einem kurzen Satz zum Zweck. Die Datenschutzerklärung nennt den Dienst, den Anbieter, den Zweck und die Cookies.
- Live prüfen. In einem privaten Browserfenster habe ich mit den Entwicklerwerkzeugen geprüft, dass vor der Zustimmung nichts von Clarity lädt. Nach der Zustimmung waren die Cookies «_clck» und «_clsk» gesetzt und die Seite hat Daten an Clarity gesendet.
Zu den beiden Cookies: Laut Microsoft speichert «_clck» die Clarity-Kennung für deine Website, «_clsk» verbindet mehrere Seitenaufrufe zu einer Sitzungsaufzeichnung. Microsoft beschreibt die Kennung als pseudonym.
Einen Punkt übersehen viele: Zieht jemand die Zustimmung später zurück, muss Clarity davon erfahren. Laut Microsoft liegt die Verantwortung dafür bei der Website. Für diesen Fall beschreibt die Dokumentation einen Aufruf, der die Cookies wieder löscht. Ich empfehle, diesen Fall beim Einrichten gleich mitzutesten.
Maskierung: was Clarity zu sehen bekommt
Maskierung bedeutet, dass bestimmte Inhalte gar nicht erst an Clarity übertragen werden. In der Aufzeichnung erscheinen an ihrer Stelle Platzhalterzeichen. Microsoft bietet drei Stufen an:
- Strict: Der gesamte Textinhalt wird maskiert.
- Balanced: Sensible Inhalte werden maskiert, Microsoft zählt Zahlen und E-Mail-Adressen dazu. Das ist die Grundeinstellung.
- Relaxed: Inhalte werden nicht maskiert, mit Ausnahme von Eingabefeldern und Auswahllisten.
Eingabefelder und Auswahllisten bleiben laut Dokumentation in allen drei Stufen maskiert. Was jemand in dein Kontaktformular tippt, landet also nicht bei Clarity. Du siehst in der Aufzeichnung, in welchem Feld gerade getippt wird, der Inhalt bleibt ausgeblendet.
Für einzelne Bereiche kannst du die Maskierung gezielt verschärfen, entweder in den Einstellungen über einen CSS-Selektor oder direkt im HTML mit dem Attribut data-clarity-mask="True". Eine Coachin, die auf ihrer Danke-Seite den Vornamen aus dem Formular wieder anzeigt, kann diesen Bereich so ausblenden. Änderungen wirken nur auf neue Aufzeichnungen und können laut Microsoft bis zu einer Stunde brauchen.
Für Websites von Coaches und Beratenden halte ich «Balanced» für eine sinnvolle Wahl. Die Texte deiner Seiten bleiben lesbar, was du für die Auswertung brauchst, während Zahlen, Adressen und Eingaben ausgeblendet sind.
Datenschutz in der Schweiz und in der EU: ein Hinweis
Dieser Abschnitt ist ein allgemeiner Hinweis und ersetzt keine Rechtsberatung.
In der Schweiz gilt seit dem 1. September 2023 das revidierte Datenschutzgesetz, oft nDSG genannt. Es verlangt unter anderem, dass du transparent informierst, welche Personendaten du zu welchem Zweck bearbeitest und an wen sie gehen, auch wenn sie ins Ausland gehen. Für Clarity heisst das in der Praxis: Der Dienst gehört in deine Datenschutzerklärung.
In Deutschland und Österreich gilt die DSGVO, dazu kommen nationale Regeln zum Speichern von Informationen auf Endgeräten. Für Cookies, die für den Betrieb der Website nicht notwendig sind, ist dort in der Regel eine vorherige Einwilligung nötig. Für Schweizer Websites kann die DSGVO ebenfalls eine Rolle spielen, etwa wenn sie sich gezielt an Menschen in Deutschland oder Österreich richten.
Die Vorgabe von Microsoft nimmt dir für Clarity einen Teil der Abwägung ab, weil das Consent-Signal für alle drei Regionen technisch verlangt wird. Den genauen Wortlaut von Banner und Datenschutzerklärung empfehle ich mit einer Fachperson oder einem etablierten Generator abzugleichen. Wie du generell mit Daten deiner Kundschaft in digitalen Werkzeugen umgehst, beschreibe ich in Was du einer KI über deine Kundschaft erzählen darfst.
Was Coaches und Beratende aus Clarity lernen
Der Wert von Clarity liegt in wenigen konkreten Fragen. Diese vier stelle ich zuerst:
Wie weit wird die Angebotsseite gelesen? Eine Coachin für Führungskräfte könnte in der Scroll-Heatmap sehen, dass ein grosser Teil der Besucher/innen den Abschnitt mit ihren drei Paketen nie erreicht. Die naheliegende Folgerung ist, Pakete und Preise weiter nach oben zu holen oder oben auf sie hinzuweisen. Wie eine solche Seite aufgebaut sein kann, beschreibe ich in Landingpage-Copywriting.
Wo wird ins Leere geklickt? Dead Clicks auf Paketnamen, Porträts oder Logos zeigen, dass Menschen dort mehr erwarten. Ein Berater, dessen Fallbeispiele als Kacheln gestaltet sind, könnte so erkennen, dass Besucher/innen sie öffnen möchten. Eine eigene Seite pro Fallbeispiel beantwortet diesen Wunsch.
Wo bricht der Weg zur Anfrage ab? Aufzeichnungen, die auf der Kontaktseite enden, zeigen dir, an welchem Feld jemand zögert oder aufgibt. Ein Pflichtfeld für die Telefonnummer oder ein Feld «Budget» kann eine solche Schwelle sein. Die Eingaben selbst bleiben dabei maskiert.
Lesen Menschen auf dem Telefon anders? Mit dem Filter für Geräte vergleichst du Desktop und Mobil. Auf dem Telefon liegt der Button für das Erstgespräch oft mehrere Bildschirmhöhen tiefer, was in der Scroll-Heatmap sofort auffällt.
Für Blogbeiträge funktioniert dieselbe Logik. Die Scroll-Heatmap zeigt, ob der Hinweis auf dein Angebot am Ende eines Beitrags überhaupt gesehen wird oder besser in die Mitte rückt. Welche Elemente eine Website für Coaches sonst braucht, findest du in Website für Coaches: 7 Elemente.
Clarity neben Search Console und KI-Verkehr
Clarity beantwortet die Frage, was auf deiner Seite geschieht. Wie Menschen dich über Google finden, zeigt die Search Console, die ich für meine eigene Website mit Länderfilter Schweiz auswerte. Die Einrichtung beschreibe ich in Google Search Console einrichten.
Die Search Console zeigt dir etwa, dass eine Angebotsseite oft angeklickt wird. Clarity zeigt dir, ob die Menschen danach bis zu deinen Paketen lesen.
Für Besuche aus KI-Antworten gilt eine eigene Logik, weil viele davon in deiner Statistik als Direktzugriff erscheinen. Wie du sie trotzdem erkennst, beschreibe ich in KI-Verkehr in deiner Statistik. Microsoft führt in der Übersicht von Clarity inzwischen auch einen Bereich zur KI-Sichtbarkeit mit Bot-Aktivität und KI-Zitaten. Wie aussagekräftig er für Websites von Coaches und Beratenden ist, lässt sich erst nach einigen Wochen mit Daten beurteilen.
Grenzen und ein ruhiger Rhythmus
Clarity zeigt nur Besuche von Menschen, die zugestimmt haben. Auf einer kleinen Website mit einigen hundert Besuchen im Monat sind das schnell wenige Dutzend Sitzungen pro Seite. Heatmaps brauchen eine gewisse Menge an Seitenaufrufen, bevor sie ein stabiles Bild ergeben. Eine einzelne Aufzeichnung bleibt ein Einzelfall. Clarity zeigt dir zudem, was Menschen tun. Warum sie es tun, erfährst du im Gespräch mit Interessent/innen.
Ich empfehle deshalb einen festen, kurzen Termin einmal im Monat:
- Scroll-Heatmap der zwei wichtigen Angebotsseiten ansehen, getrennt nach Desktop und Mobil
- Dead Clicks und Rage Clicks der letzten 30 Tage durchgehen
- fünf Aufzeichnungen ansehen, die auf der Kontaktseite enden
- eine einzige Änderung ableiten und im nächsten Monat prüfen, ob sich etwas verschoben hat
Bei Copywriting Kurz gehört die Auswertung solcher Daten zur Website-Optimierung, die ich für Coaches, Berater/innen und Consulting-Firmen in der Schweiz und im DACH-Raum übernehme. Ich verbinde dabei die Zahlen aus Search Console und Clarity mit dem Text deiner Angebotsseiten, damit Änderungen dort ansetzen, wo Besucher/innen tatsächlich hängen bleiben. Was die Website-Optimierung sonst umfasst, beschreibe ich auf der Leistungsseite.
Wenn du zuerst wissen möchtest, wie deine Website heute in KI-Antworten erscheint, gibt dir der kostenlose KI-Sichtbarkeits-Check einen ruhigen ersten Überblick.
