Was KI-Sichtbarkeit kostet und woran du ein faires Angebot erkennst
Kaum jemand in diesem Feld nennt Preise. Deshalb lege ich meine offen, erkläre, woraus sie sich zusammensetzen, und zeige sieben Warnzeichen, an denen du ein überteuertes oder unseriöses Angebot erkennst.
In kaum einem Feld wird so viel über Wirkung gesprochen und so wenig über Geld. Wer sucht, was KI-Sichtbarkeit kostet, findet Kontaktformulare, Erstgespräche und die Auskunft, das hänge vom Einzelfall ab.
Das stimmt sogar. Es ist trotzdem keine Antwort, sondern eine Verzögerung. Warum ich Preise für einen Teil der Leistung halte, habe ich in Warum deine Preise auf die Website gehören begründet. Hier halte ich mich selbst daran.
Warum so wenige Preise nennen
Drei Gründe höre ich regelmässig und keiner davon hält der Prüfung stand.
«Jeder Fall ist anders.» Das trifft zu und gilt für Steuerberatung, Architektur und Physiotherapie genauso. Alle drei nennen trotzdem Ansätze, Stundensätze oder Bandbreiten. Ein Rahmen ist keine Festpreiszusage.
«Dann vergleichen die Leute nur den Preis.» Sie vergleichen ohnehin. Ohne Angabe vergleichen sie schlechter informiert und du verlierst genau die Anfragen, bei denen dein Preis gepasst hätte.
«Die Konkurrenz sieht meine Preise.» Sie sieht sie auch nach dem dritten Erstgespräch, bei dem jemand deine Offerte weitergibt. Der Vorteil der Verschwiegenheit ist kleiner, als er sich anfühlt.
Der eigentliche Grund ist meist ein anderer. Wer keine Preise nennt, muss sich nicht festlegen, was genau enthalten ist. Genau diese Unklarheit ist es, die spätere Enttäuschungen erzeugt.
Die drei Formen, in denen diese Arbeit verkauft wird
Die einmalige Prüfung. Jemand schaut sich deinen Auftritt an, prüft die Beschreibungen in den KI-Systemen und schreibt auf, was fehlt. Ergebnis ist ein Befund mit einer Rangfolge. Bei mir kostet das CHF 590 (EUR 650). Im Markt reicht die Spanne von ein paar hundert bis zu mehreren tausend Franken, abhängig davon, wie viele Fragen tatsächlich gemessen und wie viele Seiten angeschaut werden.
Das Projekt. Ein abgegrenzter Umbau mit Anfang und Ende. Struktur, Texte, strukturierte Daten, Vertrauenssignale. Bei mir beginnt das bei CHF 4‘200 (EUR 4‘500) für bis zu acht Seiten und dauert vier bis sechs Wochen. Der Preis hängt an der Zahl der Seiten, am Zustand der bestehenden Inhalte und daran, ob mehrere Sprachen dazugehören.
Die laufende Betreuung. Monatliche Pflege von Website, Profilen, Erwähnungen und Messung. Bei mir ab CHF 780 (EUR 850) im Monat, empfohlen für mindestens sechs Monate. Kürzere Zeiträume ergeben selten ein Bild, weil die Wirkung verzögert eintritt.
Diese drei Formen finden sich bei fast allen seriösen Anbietenden, auch wenn die Bezeichnungen wechseln. Was sich unterscheidet, ist der Umfang dahinter und genau danach musst du fragen.
Woraus sich der Preis zusammensetzt
Fünf Grössen bestimmen fast den gesamten Aufwand.
Der Zustand deiner Seite. Eine technisch saubere Website mit schwachen Texten ist günstiger zu bearbeiten als eine, bei der Struktur, Ladezeit und Auszeichnung gleichzeitig im Weg stehen. Der erste Fall ist Textarbeit, der zweite ist Textarbeit plus Handwerk.
Die Zahl der Leistungen. Jede Leistung braucht eine eigene Seite, eine eigene Beschreibung und einen eigenen Eintrag in den strukturierten Daten. Fünf Leistungen sind ungefähr das Fünffache an Arbeit, nicht das Anderthalbfache.
Die Sprachen. Eine zweite Sprachfassung verdoppelt die Texte, dazu die Pflege, die Verweise und die Messung.
Die Ausgangslage bei Erwähnungen. Wer in Verzeichnissen, Fachmedien und Rankings bereits vorkommt, braucht dort Pflege. Wer nirgends vorkommt, braucht Aufbau und das ist die zeitaufwändigste Position überhaupt.
Die Messung. Wer monatlich dieselben Fragen in mehreren Systemen stellt, auswertet und berichtet, wendet dafür Zeit auf. Wer das weglässt, ist günstiger und kann am Ende nicht sagen, ob etwas gewirkt hat.
Warum Stundensätze selten die passende Form sind
Für abgegrenzte Aufgaben funktionieren sie gut. Eine Prüfung, eine Schulung, ein einzelner Umbau.
Bei laufender Sichtbarkeitsarbeit geraten sie in Schieflage. Die wirksamste Stunde ist oft die, in der nichts sichtbar produziert wird: das Lesen der Antworten, das Vergleichen mit dem Vormonat, die Entscheidung, etwas bleiben zu lassen. Wer nach Stunden abrechnet, hat einen Anreiz, sichtbare Arbeit zu erzeugen. Das ist selten dieselbe Arbeit wie die wirksame.
Deshalb arbeite ich mit Pauschalen, die eine klar beschriebene Leistung enthalten. Eine Ausnahme mache ich bei Kundschaft, die ihren Bedarf schwankend hat und lieber nach Aufwand bezahlt. Dann ist ein Stundensatz die sauberere Form.
Wann Wirkung frühestens sichtbar wird
Die Frage nach dem Preis hängt an der Frage nach der Geduld. Drei Zeiträume, die sich in meiner Arbeit bestätigt haben.
Vier bis acht Wochen bis sich etwas in KI-Antworten zeigt, sofern es um deine eigenen Angaben geht. Korrigierte Beschreibungen, neue Leistungsseiten und saubere strukturierte Daten schlagen relativ schnell durch, weil sie direkt aus deiner Seite gelesen werden.
Drei bis sechs Monate bei Google. Dort entscheidet neben dem Inhalt deiner Seite auch, wie lange sie schon so dasteht.
Sechs bis zwölf Monate bei Kategoriefragen ohne deinen Namen. Hier hängt alles an Erwähnungen, die ausserhalb deiner Website entstehen müssen. Bestellen lassen sie sich nicht. Ein Fachbeitrag braucht eine Zusage, ein Ranking eine Aufnahme, ein Podcast eine Einladung.
Wer diese drei Zeiträume kennt, beurteilt Angebote anders. Eine Betreuung mit drei Monaten Laufzeit endet genau dann, wenn der interessante Teil beginnt. Eine mit vierundzwanzig Monaten bindet dich weit über den Punkt hinaus, an dem klar ist, ob es funktioniert.
Sieben Warnzeichen
Eine Garantie auf Nennung. Niemand kontrolliert, welche Namen ein Sprachmodell ausgibt. Wer das garantiert, weiss es nicht besser oder hofft, dass du es nicht prüfst.
Der Verzeichnis-Eintragsdienst. «Wir melden Sie in 200 KI-Verzeichnissen an» ist die neue Fassung eines alten Geschäfts. Ein paar Einträge helfen, nämlich die, die in deiner Nische tatsächlich zitiert werden. Zweihundert helfen nicht, sie erzeugen Rauschen. Welche zählen, steht in Die Verzeichnisse, die bei Anbieterfragen zitiert werden.
llms.txt als Hauptleistung. Wer eine Datei ins Zentrum eines Angebots stellt, deren Wirkungslosigkeit Google dokumentiert hat, hat sich mit dem Feld nicht beschäftigt. Die Begründung steht in Was ist llms.txt.
Vierundzwanzig Monate Mindestlaufzeit. Sechs Monate sind fachlich begründbar, weil Wirkung Zeit braucht. Zwei Jahre sind eine Absicherung des Anbieters, keine fachliche Notwendigkeit.
Kein Ausgangswert. Wer beginnt, ohne vorher zu messen, kann später nichts belegen. Die erste Rechnung sollte eine Bestandsaufnahme enthalten, gegen die sich alles Weitere vergleichen lässt.
Erfolgshonorar auf Ranking-Positionen. Klingt fair und richtet den Blick auf die falsche Kennzahl. Positionen und Nennungen fallen auseinander, wie in Platz eins reicht nicht mehr beschrieben.
Ein Angebot ohne Blick auf deine Seite. Ein Pauschalpreis, der vor jeder Bestandsaufnahme genannt wird, ist entweder für dich zu teuer oder für den Anbietenden zu knapp. Beides endet unbefriedigend.
Ein Rechenbeispiel
Nehmen wir eine Beraterin mit drei Leistungen, einer Website mit zwölf Seiten, einem gepflegten LinkedIn-Profil und keinem einzigen Verzeichniseintrag. Sie wird bei Namensfragen korrekt beschrieben und kommt bei Kategoriefragen nicht vor. Diese Ausgangslage ist die mit Abstand häufigste.
Monat null: Prüfung, CHF 590. Ergebnis ist die Rangfolge, nicht die Mängelliste.
Monat eins bis zwei: Projekt, ab CHF 4‘200. Die drei Leistungen bekommen je eine eigene Seite mit klarer Beschreibung und Preisangabe, dazu strukturierte Daten für Unternehmen, Person und Leistungen sowie eine überarbeitete Seite über sie selbst.
Monat drei bis acht: Betreuung, ab CHF 780 im Monat. Aufbau von Einträgen in den Verzeichnissen, die in ihrer Nische tatsächlich zitiert werden, zwei Fachbeiträge auf fremden Seiten, monatliche Messung mit denselben zehn Fragen.
Über acht Monate summiert sich das auf etwa CHF 9‘500. Das ist Geld und es ist eine Grössenordnung, die man an einem einzigen gewonnenen Mandat messen kann. Genau diese Rechnung solltest du vor der Entscheidung aufstellen: Wie viele zusätzliche Anfragen braucht es, damit sich das trägt? Bei Tagessätzen in der Beratung ist die Antwort oft überraschend klein.
Ebenso gehört dazu: Es kann sein, dass sich nach acht Monaten wenig bewegt hat, weil deine Nische so klein ist, dass kaum jemand die entsprechende Frage stellt. Das ist ein möglicher Ausgang und darüber sollte vor dem Start gesprochen werden.
Fünf Fragen, die Angebote vergleichbar machen
Wer zwei Offerten nebeneinander legt, vergleicht meistens Zahlen, die verschiedene Dinge meinen. Diese fünf Fragen stellen die Vergleichbarkeit her.
- Welche Fragen werden in welchen Systemen gemessen, wie oft und wie dokumentiert?
- Was genau ist im Monatspreis enthalten, in Stunden oder in benannten Leistungen?
- Wer schreibt die Texte und wer gibt sie frei?
- Was passiert mit den Ergebnissen, wenn wir aufhören? Bleiben Zugänge, Daten und Auswertungen bei mir?
- Woran messen wir in sechs Monaten, ob sich das gelohnt hat?
Die fünfte Frage ist die wichtigste. Wer darauf keine konkrete Antwort gibt, verkauft Aufwand statt Wirkung.
Was du selbst machen kannst
Nicht jede Position braucht Begleitung. Drei Dinge kosten dich Zeit statt Geld.
Die Messung. Monatlich dieselben Fragen in einem privaten Fenster, sauber notiert. Ein Vorgehen dafür steht in Zehn Fragen, mit denen du deine KI-Sichtbarkeit selbst prüfst.
Die Vereinheitlichung. Gleiche Leistungsbezeichnung, gleiche Zielgruppe, gleiches Gebiet auf Website, LinkedIn und in jedem Verzeichnis. Das ist eine Stunde Abgleich mit erheblicher Wirkung.
Die Profile. Google-Unternehmensprofil, Branchenverzeichnisse, Bewertungsplattform. Einmal ordentlich gefüllt, danach eine Viertelstunde im Monat.
Was bleibt, sind strukturierte Daten, die Überarbeitung der Angebotsseiten und der Aufbau von Erwähnungen. Ob sich Begleitung dafür lohnt, hängt weniger vom Budget ab als von der Frage, ob du die Zeit tatsächlich aufbringst. Eine Entscheidungshilfe dazu steht in Wann sich externe Beratung wirklich lohnt.
Was ich für angemessen halte
Für Einzelpersonen und kleine Beratungsfirmen liegt ein sinnvoller Einstieg bei einer einmaligen Prüfung im niedrigen dreistelligen Bereich, gefolgt von einem abgegrenzten Projekt und danach, sofern gewünscht, einer schlanken Betreuung. Wer mit einer Monatspauschale im vierstelligen Bereich beginnt, ohne dass vorher jemand die Seite angeschaut hat, zahlt für Unsicherheit.
Und wer gar nichts ausgeben möchte, fängt mit der Messung an. Sie kostet eine Stunde im Monat und beantwortet die Frage, ob sich ein Budget überhaupt lohnt.
