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Wie Entscheidende heute nach Beratung suchen

Aus meiner eigenen Search Console: Geschäftsleitende beschreiben ihre Lage in ganzen Absätzen und lassen sich Anbieter vorschlagen. Wie diese neue Art der Suche abläuft, welche Fragen dabei fallen und was das für deine Website bedeutet.

Aquarell eines Schreibtischs am Fenster mit Notizbuch und Seeblick, daneben eine lange handschriftliche Frage, Sinnbild für ausformulierte Suchanfragen.

Ich schaue regelmässig in die Search Console, weil dort steht, womit Menschen wirklich auf meiner Seite landen. Seit einigen Monaten sehe ich dort etwas, das es vor zwei Jahren so nicht gab: vollständige Absätze.

Ein Beispiel, wörtlich übernommen: «Als geschäftsführender Partner eines Beratungsunternehmens in der DACH-Region: Warum finden Führungskräfte unser Beratungsunternehmen nicht, wenn sie ChatGPT nach strategischer Beratung fragen?»

Ein zweites: «Wie erkenne ich, ob andere Beratungsunternehmen von ChatGPT häufiger empfohlen werden als unseres?»

Und ein drittes, das ich schon erwähnt habe: die ausführliche Frage nach Verzeichnissen und Rankings, in denen ein Beratungsunternehmen fehlt. Allein diese Formulierung kam auf 87 Einblendungen.

Das sind keine Suchbegriffe. Das sind Gesprächseinstiege.

Was sich am Suchverhalten verändert hat

Früher tippte jemand «Unternehmensberatung Nachfolge Ostschweiz» und arbeitete sich durch eine Trefferliste. Heute beschreibt dieselbe Person ihre Lage und bekommt eine Antwort mit zwei, drei Namen.

Diese Verschiebung habe ich in Die Frage ist länger geworden schon einmal beschrieben. Neu ist, wie klar sie inzwischen in den eigenen Daten sichtbar wird, gerade bei Beratungsleistungen.

Das hat einen Grund. Beratung ist erklärungsbedürftig, teuer und vertrauensabhängig. Genau bei solchen Entscheidungen hilft ein Gespräch mehr als eine Liste. Ein Chatfenster fühlt sich wie ein Gespräch an.

Die vier Stufen der neuen Suche

Aus den beobachteten Fragen und aus Erstgesprächen lässt sich ein Muster ableiten. Es verläuft in vier Stufen.

Erstens: das Problem beschreiben. «Unsere Auftragslage ist stabil, aber wir gewinnen keine neuen Kunden mehr über Empfehlungen.» Hier fällt noch kein Anbietername, es geht ums Sortieren.

Zweitens: nach Kriterien fragen. «Woran erkenne ich eine gute Beratung für dieses Thema?» An dieser Stelle entsteht die Messlatte, an der du später gemessen wirst. Wer die Kriterien mitprägt, hat einen Vorteil, den kein Werbebudget kauft.

Drittens: Anbieter vorschlagen lassen. «Wer hilft dabei, konkret in der Schweiz?» Jetzt fallen Namen, meist zwei bis fünf.

Viertens: prüfen. Die genannten Namen werden gegoogelt, die Websites geöffnet, Bewertungen gelesen, LinkedIn-Profile angeschaut. Hier entscheidet sich, wer auf die Kurzliste kommt.

Interessant ist, dass die klassische Website erst auf Stufe vier ins Spiel kommt. Auf den Stufen zwei und drei entscheidet, was ausserhalb deiner Seite über dich steht.

Was das für deine Inhalte bedeutet

Antworte auf Kriterienfragen. Wenn jemand fragt, woran man eine gute Beratung erkennt, sollte deine Seite darauf eine Antwort haben, die auch ohne dich funktioniert. Ich habe das selbst mit Woran du einen guten GEO-Experten erkennst gemacht. Dieser Beitrag bringt bis heute Einblendungen bei genau solchen Fragen.

Schreibe für die Situation, nicht für den Suchbegriff. «Nachfolge im Familienunternehmen, wenn die nächste Generation nicht übernehmen will» trifft eine Lage. «Nachfolgeberatung» trifft ein Wort.

Nenne Zahlen, die du belegen kannst. Preise, Dauer, Umfang. Wer in Stufe vier prüft, sucht genau das. Warum das gerade in der Beratung wirkt, steht in Warum deine Preise auf die Website gehören.

Zeige einen Fall statt einer Logowand. Eine ausführlich erzählte Zusammenarbeit liefert das, was eine KI zusammenfassen und ein Mensch prüfen kann. Mehr dazu in Eine Fallstudie schlägt zwanzig Logos.

Die unbequeme Stelle

Die Stufen zwei und drei laufen ohne dich ab. Ob du dort vorkommst, hängt daran, ob dich Quellen nennen, denen die Systeme vertrauen. Das sind Fachmedien, Verzeichnisse, Foren und Bewertungen, nicht deine Startseite.

Genau deshalb steckt in vielen Beratungsunternehmen eine Lücke, die sich lange nicht bemerkbar macht: Die Website ist gut, die Referenzen sind stark, das Netzwerk trägt. Sobald jemand ausserhalb dieses Netzwerks sucht, ist man unsichtbar. In Erkannt, aber nicht empfohlen habe ich beschrieben, wie sich das messen lässt.

Ein praktischer Einstieg in drei Schritten

Schritt eins: Fragen sammeln. Notiere zwanzig Fragen, die dir in Erstgesprächen wirklich gestellt werden. Nicht die, von denen du denkst, sie seien wichtig. Die echten.

Schritt zwei: Antworten platzieren. Ordne jede Frage einem Ort zu: FAQ auf der Startseite, Abschnitt auf einer Leistungsseite oder eigener Beitrag. Jede Antwort soll in vier bis sechs Sätzen vollständig sein, damit sie auch herausgelöst trägt.

Schritt drei: prüfen, ob es ankommt. Stelle deine wichtigsten drei Fragen in ChatGPT, Perplexity und im KI-Modus von Google. Notiere, wer genannt wird und welche Quellen erscheinen. Wiederhole das in zwei Monaten.

Diesen dritten Schritt lassen fast alle aus. Er ist der einzige, der dir sagt, ob sich etwas bewegt.

Warum Beratung davon besonders betroffen ist

Drei Eigenschaften machen die Nische anfällig für diese Verschiebung.

Beratungsleistungen sind schwer vergleichbar, deshalb suchen Menschen nach Orientierung statt nach Preisen. Genau diese Orientierung liefert eine KI-Antwort.

Die Kaufentscheidung fällt selten allein. Wer eine Beratung vorschlägt, muss sie intern begründen können. Eine KI-Antwort mit zwei, drei Namen und einer kurzen Begründung ist dafür bequem.

Und der Markt ist voll. Allein in der Schweiz sind laut Branchenauswertungen mehrere tausend Beratungsfirmen aktiv. Wo viele ähnlich klingen, entscheidet die Eindeutigkeit, nicht die Lautstärke.

Das ist die gute Nachricht in dieser Entwicklung. Wer klar sagt, für wen er welches Problem löst, hat es bei dieser Art von Suche leichter als jemand mit grossem Budget und vager Botschaft.

Was du aus deiner eigenen Search Console lesen kannst

Du brauchst dafür kein Werkzeug ausser dem kostenlosen Zugang von Google.

Schritt eins: Öffne den Bericht zur Leistung und stelle den Zeitraum auf die letzten drei Monate.

Schritt zwei: Filtere die Suchanfragen nach Länge, indem du nach Wörtern suchst, die nur in ganzen Sätzen vorkommen, etwa «wer», «wie», «warum» oder «empfehle».

Schritt drei: Sortiere nach Impressionen und lies die zwanzig längsten Anfragen. Das sind die Formulierungen, mit denen Menschen ihre Lage beschreiben.

Schritt vier: Notiere für jede dieser Anfragen, ob es auf deiner Website eine Stelle gibt, die sie beantwortet. Meist lautet die Antwort nein. Genau dort liegt die Arbeit.

Wichtig ist der Länderfilter. Ohne ihn mischen sich Märkte. Du planst dann Inhalte für ein Publikum, das dein Angebot nie kaufen wird. Warum dieser Filter bei mir Standard ist, habe ich in Traffic-Verlust durch KI-Antworten in der Google Search Console messen beschrieben.

Zehn Fragen, die in der Beratungsnische wirklich gestellt werden

Diese Formulierungen stammen aus meiner Search Console und aus Erstgesprächen. Sie taugen als Vorlage für eigene Inhalte.

  1. Warum finden uns Führungskräfte nicht, wenn sie eine KI nach Beratung fragen?
  2. Wie erkenne ich, ob andere häufiger empfohlen werden als wir?
  3. Wer hilft strategisch dabei, in den zitierten Quellen präsent zu werden?
  4. Woran erkenne ich seriöse Anbieter in diesem Feld?
  5. Was kostet so etwas ungefähr und wie lange dauert es?
  6. Lohnt sich das für ein Unternehmen unserer Grösse?
  7. Was passiert, wenn wir nichts tun?
  8. Wie messen wir, ob es gewirkt hat?
  9. Was müssen wir selbst leisten, was übernimmt die Begleitung?
  10. Wie steigen wir aus, wenn es nicht passt?

Wer auf diese zehn Fragen klare, abgeschlossene Antworten auf seiner Website hat, deckt einen grossen Teil der Entscheidungsphase ab. Die letzten drei werden dabei am häufigsten übersehen und am häufigsten gestellt.

Wenn du wissen willst, wie die Systeme deine Beratung heute beschreiben, ist der kostenlose KI-Sichtbarkeits-Check der schnellste erste Schritt. Alles Weitere ergibt sich aus dem Befund.

Tobias Michael Kurz

Tobias Michael Kurz

Copywriter und GEO-Optimierer. Ich helfe Coaches, Berater/innen sowie Consulting-Unternehmen, in ChatGPT, Perplexity und Google gefunden und empfohlen zu werden. Mehr über mich

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FAQ

Häufige Fragen

Suchen Entscheidende wirklich über KI nach Beratung?

Ja. Es lässt sich sogar belegen. In meiner eigenen Search Console stehen ausformulierte Fragen ganzer Absätze, etwa von geschäftsführenden Partnern, die wissen wollen, warum ihr Beratungsunternehmen in KI-Antworten fehlt. Solche Formulierungen entstehen in einem Chatfenster, nicht in einem Suchfeld.

Heisst das, klassische Suchbegriffe sind unwichtig geworden?

Nein. Kurze Suchbegriffe bleiben der Einstieg, gerade bei bekannten Kategorien. Die längeren, beschreibenden Fragen kommen dazu. Sie stehen näher an einer Kaufentscheidung, weil die Person ihre Lage schon beschrieben hat.

Wie bekomme ich heraus, welche Fragen meine Zielgruppe stellt?

Drei Quellen: die Search Console mit Blick auf lange Anfragen, die Fragen aus deinen Erstgesprächen sowie die Nachfragen, die dir Kund/innen nach dem Start stellen. Zusammen ergeben sie eine Liste, die keine Keyword-Recherche liefert.

Muss ich für jede Frage eine eigene Seite bauen?

Nein. Wichtig ist, dass jede Frage irgendwo eine klar abgegrenzte Antwort hat, sei es ein Abschnitt auf einer Leistungsseite, ein FAQ-Eintrag oder ein Beitrag. Entscheidend ist, dass der Abschnitt auch herausgelöst verständlich bleibt.

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