Backlinks aufbauen: neun realistische Wege für Coaches, Beratende und Consulting-Firmen
Wie du als Coach, Berater/in oder Consulting-Firma Backlinks aufbauen kannst, über Verbände, Fachmedien, Podcasts, Vorträge, Partner und regionale Medien, mit Aufwand und Wirkung im Vergleich. Dazu die Regeln von Google zu Link-Spam, nofollow und Ankertexten sowie der Weg zum Bericht «Links» in der Search Console.
Backlinks sind Links auf fremden Websites, die auf deine eigene Seite zeigen, etwa der Eintrag im Verbandsverzeichnis oder die Referentenseite einer Fachtagung mit einem Link zu deinem Angebot. Google wertet solche Verweise als Hinweis darauf, dass andere deine Inhalte für nützlich halten. Wer Backlinks aufbauen möchte, braucht dafür keine Linkpakete. Für Coaches, Berater/innen und Consulting-Firmen liegen die passenden Quellen meist dort, wo sie fachlich ohnehin unterwegs sind: in Verbänden, bei Veranstaltern, in Fachmedien und bei Partnern.
Hier findest du neun Wege mit Aufwand und Wirkung, die Regeln von Google für Links sowie den Bericht in der Search Console, der dir zeigt, wer bereits auf dich verlinkt.
Was Backlinks sind und warum sie zählen
Ein Backlink ist ein Link von einer anderen Domain auf deine Website. Die gezielte Arbeit daran heisst Linkaufbau oder englisch Linkbuilding. Für Google sind Links ein Weg, neue Seiten zu entdecken und ihre Bedeutung einzuordnen. Verweist eine Fachzeitschrift für Personalentwicklung auf deinen Beitrag über Feedbackkultur, ist das ein Signal, dass dieser Beitrag zum Thema etwas beizutragen hat.
Drei Dinge entscheiden darüber, wie viel ein einzelner Link bewirkt:
- Relevanz. Ein Link aus deinem Fachgebiet passt inhaltlich zu deiner Seite. Eine Website über Gartenmöbel hilft einer Organisationsberaterin kaum weiter.
- Vertrauen der Quelle. Verbände, Hochschulen und etablierte Medien haben über Jahre einen Ruf aufgebaut, den Suchmaschinen erkennen.
- Kontext. Ein Link mitten in einem Artikel, eingebettet in passenden Text, gibt Google und Lesenden einen klaren Zusammenhang.
Backlinks sind ein Faktor unter vielen. Die Grundlage bildet eine Seite, die die Suchfrage gut beantwortet. Links helfen ihr, gefunden und eingeordnet zu werden. Zudem klicken Menschen darauf: Wer in einem Verbandsverzeichnis eine Supervisorin sucht, landet über den Link direkt auf ihrer Website.
Wie kann ich Backlinks aufbauen?
Backlinks baust du auf, indem du an thematisch passenden Orten präsent bist und dort etwas beiträgst, das einen Verweis rechtfertigt: einen Fachartikel, einen Vortrag, ein Gespräch oder ein vollständiges Profil. Für Coaches, Berater/innen und Consulting-Firmen sind vor allem diese neun Wege realistisch.
Verbände und Netzwerke. Viele Berufsverbände führen ein Mitgliederverzeichnis mit Profil und Website-Link, in der Schweiz zum Beispiel der BSO oder ICF Switzerland für Coaches und ASCO für Unternehmensberatungen. Ob ein Profil einen Link enthält, siehst du an den Einträgen anderer Mitglieder. Auch Netzwerke und Gewerbevereine stellen ihre Mitglieder häufig mit Link vor.
Fachverzeichnisse. Plattformen für die Suche nach Coaches oder Beratungen bringen Sichtbarkeit bei Menschen, die aktiv suchen. Google zählt Links aus minderwertigen Verzeichnissen zu den Beispielen für Link-Spam, deshalb beschränke ich mich auf Plattformen, die in der Nische tatsächlich genutzt werden. Welche das sind, habe ich in Verzeichnisse bei Anbieterfragen zusammengetragen.
Gastbeiträge in Fachmedien. Fachzeitschriften, Verbandsmagazine und Branchenportale suchen Autor/innen mit Praxiswissen. Ein Artikel über Nachfolgeplanung in einem Magazin für Unternehmer/innen erreicht genau die Leserschaft einer Beraterin, die Familienunternehmen bei diesem Schritt begleitet. Üblich ist ein Link in der Autorenbox.
Podcasts. Fachpodcasts brauchen laufend Gäste. In den Shownotes stehen meist Name, Website und manchmal ein Link auf eine bestimmte Seite. Der Aufwand bleibt überschaubar: ein Gespräch von rund einer Stunde und ein kurzer Begleittext, den du gleich mitlieferst.
Vorträge und Veranstalter. Kongresse, Fachtagungen, Verbandsanlässe und Webinare anderer Anbieter stellen ihre Referent/innen auf der Website vor. Wie du an Einladungen kommst, beschreibe ich im Beitrag Ein Vortrag bringt mehr Erwähnungen als zehn Blogbeiträge.
Partner. Ausbildungsinstitute, an denen du unterrichtest, Methoden- oder Softwareanbieter mit Partnerverzeichnis und Kolleg/innen, mit denen du gemeinsam Projekte durchführst. Hier reicht oft eine kurze Nachricht, weil die Zusammenarbeit bereits besteht.
Hochschulen. Lehraufträge, Gastreferate, Praxisprojekte mit Studierenden oder Weiterbildungskurse an Fachhochschulen führen oft zu einer Nennung auf der Hochschulseite, manchmal mit Link. Solche Seiten geniessen viel Vertrauen, der Weg dorthin braucht allerdings Zeit.
Regionale Medien in der Schweiz. Lokalzeitungen, regionale Onlineportale, Gewerbezeitungen und Gemeindeblätter berichten gerne über Menschen aus der Region mit einem interessanten Thema. Eine Beraterin aus Thun, die über Fachkräftemangel im Berner Oberland spricht, findet dort leichter Gehör als bei einer nationalen Zeitung. Auch ohne Link bleibt die Erwähnung wertvoll.
Pressemitteilung. Eine Pressemitteilung zu einem echten Anlass, etwa einer eigenen Umfrage, einem Jubiläum oder einem neuen Angebot mit regionalem Bezug, kann zu Berichten führen. Den Wert bringt der Artikel, den eine Redaktion daraus schreibt. Google nennt Pressemitteilungen mit optimierten Ankertexten ausdrücklich als Beispiel für Link-Spam, deshalb gehört in die Mitteilung selbst höchstens ein schlichter Link auf deine Website. Wie du eine Mitteilung aufbaust, liest du in Pressemitteilung schreiben.
Aufwand und Wirkung im Vergleich
Die Übersicht ist eine Faustregel für die Reihenfolge. Wie stark ein Link wirkt, hängt von Quelle, Thema und Ausgangslage ab.
| Weg | Aufwand | Wirkung | Worauf es ankommt |
|---|---|---|---|
| Verbände und Netzwerke | gering | mittel | Profil vollständig ausfüllen, Leistungen konkret beschreiben |
| Fachverzeichnisse | gering | gering bis mittel | wenige Plattformen wählen, die in der Nische genutzt werden |
| Gastbeiträge in Fachmedien | hoch | hoch | Thema auf die Leserschaft des Mediums zuschneiden |
| Podcasts | mittel | mittel | Text für die Shownotes mit Link selbst mitliefern |
| Vorträge und Veranstalter | mittel bis hoch | mittel bis hoch | Referentenprofil mit Foto, Kurztext und Link bereitstellen |
| Partner | gering | mittel | bestehende Zusammenarbeit sichtbar machen |
| Hochschulen | hoch | hoch | fachliche Verbindung über Lehre oder Projekte |
| Regionale Medien | mittel | mittel | Thema mit regionalem Bezug anbieten |
| Pressemitteilung | mittel | gering bis mittel | wirkt über die Berichte, die daraus entstehen |
Ich beginne meist mit Verbänden, Partnern und zwei oder drei ausgewählten Verzeichnissen. Gastbeiträge, Vorträge und Hochschulkontakte entwickeln sich parallel dazu über Monate.
Erst die Quelle, dann der Inhalt: mein Vorgehen
Ich gehe bei Kund/innen in zwei Schritten vor. Zuerst wähle ich die Quellen nach Relevanz aus. Dafür stelle ich mir drei Fragen: Wo informiert sich die Zielgruppe? Welche Medien lesen Personalverantwortliche oder Geschäftsführer/innen? Welche Verbände und Veranstaltungen prägen die Branche? Daraus entsteht eine Liste von Adressen, sortiert nach Passung und Aufwand. Hilfreich ist zusätzlich ein Blick in die KI-Antworten selbst: Wer die typischen Fragen der eigenen Zielgruppe in ChatGPT, Perplexity und im KI-Modus von Google stellt, sieht, welche fremden Seiten dort als Quelle auftauchen. Passende davon gehören auf die Liste.
Danach liefere ich Inhalte, die eine Redaktion gerne verlinkt. Redaktionen setzen Links vor allem dann, wenn die Zielseite ihren Artikel sinnvoll ergänzt: eine Vorlage, eine Checkliste, ein ausführlicher Leitfaden oder eine Übersicht mit eigenen Gedanken. Deshalb gehört zu jedem Gastbeitrag eine passende Seite auf deiner Website, auf die der Link zeigen kann.
Ein Beispiel: Ein Coach für Führungskräfte könnte einem HR-Fachmagazin einen Beitrag über die ersten hundert Tage in einer neuen Führungsrolle anbieten, passend zu einer Checkliste auf seiner Website. Der Link in der Autorenbox führt direkt auf diese Checkliste, sodass Leser/innen dort weiterlesen, wo der Artikel aufhört.
Bei Copywriting Kurz gehört dieser Linkaufbau zur GEO- und SEO-Betreuung, die ich für Coaches, Berater/innen und Consulting-Firmen in der Schweiz und im DACH-Raum übernehme. Ich recherchiere die Quellen, formuliere Themenvorschläge, schreibe Gastbeiträge mit dir und bereite die Zielseiten auf deiner Website vor.
Was du meiden solltest: Linkkauf, Linktausch und Kommentar-Spam
Google beschreibt in seinen Spam-Richtlinien genau, welche Praktiken als Link-Spam gelten. Gemeint sind Links, die vor allem dazu dienen, das Ranking zu beeinflussen. Websites, die dagegen verstossen, können laut Google schlechter ranken oder ganz aus den Ergebnissen verschwinden. Für Beratende sind drei Punkte besonders relevant.
Backlinks kaufen. Wer Geld, Waren oder Dienstleistungen gegen Links tauscht, die Ranking-Wirkung weitergeben, verstösst gegen die Richtlinien. Dazu zählen auch bezahlte Advertorials, Gastbeiträge oder Pressemitteilungen mit optimierten Ankertexten. Erlaubt sind bezahlte Links für Werbung und Sponsoring, wenn sie mit nofollow oder sponsored gekennzeichnet sind. Angebote wie «50 Backlinks für 99 Franken» empfehle ich deshalb in keinem Fall.
Linktausch in grossem Stil. Google nennt übermässigen Linktausch nach dem Muster «verlinkst du mich, verlinke ich dich» sowie Partnerseiten, die nur dem gegenseitigen Verlinken dienen. Ein Link auf eine Kollegin, mit der du tatsächlich zusammenarbeitest, bleibt in Ordnung, solange er Lesenden hilft.
Kommentar-Spam und automatisierte Links. Kommentare unter fremden Blogbeiträgen, die vor allem einen Link platzieren sollen, ordnet Google als Spam in nutzergenerierten Inhalten ein. Forenbeiträge und Signaturen mit optimierten Links sowie Programme, die automatisch Links erzeugen, führt Google ausdrücklich unter Link-Spam auf.
nofollow, sponsored und ugc kurz erklärt
Mit dem Attribut rel legt eine Website fest, wie Google einen ausgehenden Link einordnen soll. Die Dokumentation zu ausgehenden Links nennt drei Werte:
rel="sponsored"für Werbung und bezahlte Platzierungen.rel="ugc"für nutzergenerierte Inhalte wie Kommentare und Forenbeiträge.rel="nofollow"für Fälle, in denen keiner der anderen Werte passt und die Website nicht mit der verlinkten Seite in Verbindung gebracht werden möchte.
Laut Google werden Links mit diesen Attributen in der Regel nicht verfolgt. Ein nofollow-Link aus einem Verbandsverzeichnis oder einem Online-Magazin gibt für das Ranking also voraussichtlich wenig weiter. Er bringt trotzdem Besucher/innen und zeigt deinen Namen in einem fachlichen Umfeld, deshalb nehme ich solche Links gerne mit. Auf deiner eigenen Website kennzeichnest du Links auf Kooperationen, für die Geld oder eine Gegenleistung geflossen ist, mit sponsored.
Ankertexte: was im verlinkten Text stehen sollte
Der Ankertext ist der sichtbare, anklickbare Text eines Links und kündigt an, was auf der Zielseite wartet. Bei Backlinks entscheidet meist die verlinkende Website über den Wortlaut. Wo du mitreden kannst, etwa in der Autorenbox oder im Verbandsprofil, empfehle ich deinen Namen, den Namen deiner Firma oder eine klare Beschreibung wie «Checkliste für die ersten hundert Tage als Führungskraft».
Da Google Gastbeiträge und Pressemitteilungen mit optimiertem Ankertext ausdrücklich als Link-Spam nennt, wirken fünfzehn Links mit exakt «Business Coaching Zürich» auffällig. Ein natürliches Linkprofil besteht überwiegend aus Namen, Adressen und beschreibenden Formulierungen. Für Links innerhalb deiner Website gelten ähnliche Grundsätze, siehe interne Verlinkung.
Wie du deine Backlinks in der Search Console prüfst
Den Bericht «Links» findest du in der Navigation der Google Search Console. Unter «Externe Links» zeigt er drei Tabellen:
- Meistverlinkte Seiten: welche deiner Seiten Backlinks erhalten. Ein Klick auf eine Adresse zeigt, welche Websites auf sie verweisen.
- Top-verweisende Websites: die Domains, die auf deine Website verlinken, Subdomains zusammengefasst.
- Top-verweisender Text: die häufigsten Ankertexte. Links ohne Text erscheinen als «(leer)».
Laut Google zeigt der Bericht eine Stichprobe, teils mit inzwischen entfernten Links. Ob ein Link nofollow ist, zeigt er nicht an. Mit «Exportieren» speicherst du die Daten als CSV.
Ich empfehle, die Liste der verweisenden Websites alle drei Monate zu exportieren und mit der vorherigen zu vergleichen. So siehst du, welche Quellen neu dazugekommen sind und ob ein Gastbeitrag oder ein Vortrag seinen Link tatsächlich gebracht hat. Falls die Search Console bei dir noch fehlt, hilft dir meine Anleitung Google Search Console einrichten.
Backlinks, Erwähnungen und KI-Antworten
Für ChatGPT, Perplexity oder den KI-Modus von Google zählt vermutlich mehr als der Link allein. Diese Systeme nennen Anbieter auch aufgrund von Erwähnungen ohne Link: ein Name in einem Verbandsbericht, ein Zitat in einer Lokalzeitung, ein Gast in der Beschreibung einer Podcastfolge. Eine grosse Auswertung deutet darauf hin, dass Erwähnungen einer Marke enger mit dem Auftauchen in Googles KI-Übersichten zusammenhängen als die Zahl ihrer Backlinks. Eine Ursache belegt diese Korrelation allerdings nicht. Was das für Bewertungen und Verzeichniseinträge bedeutet, beschreibe ich in Bewertungen und Erwähnungen.
Jeder der neun Wege hinterlässt neben dem Link auch eine Erwähnung. Ich achte deshalb darauf, dass Name, Firma und Fachgebiet überall gleich beschrieben sind, im Verbandsprofil ebenso wie in den Shownotes und in der Autorenbox. So lassen sich die einzelnen Nennungen leichter derselben Person zuordnen. Ob eine KI dich daraufhin empfiehlt, kann niemand zusichern. Die Chancen steigen nach heutigem Stand, wenn mehrere glaubwürdige Quellen übereinstimmend über dich berichten.
Wenn du wissen möchtest, welche Quellen ChatGPT, Perplexity und der KI-Modus heute zu deinem Fachgebiet heranziehen und ob dein Name dabei vorkommt, gibt dir der kostenlose KI-Sichtbarkeits-Check einen ersten Überblick.
