SEO-Texte schreiben: Anleitung für Texte, die bei Google und in KI-Antworten bestehen
Ein SEO-Text ist heute kein Text mit möglichst vielen Suchbegriffen mehr. Er beantwortet eine Frage so vollständig, dass Menschen, Google und KI-Systeme ihn gleichermassen brauchen können. Die acht Schritte von der Suchabsicht bis zur Aktualisierung.
Wer «SEO-Text» hört, denkt oft an Texte, in denen ein Suchbegriff unnatürlich oft vorkommt. «Steuerberater Zürich» im ersten Satz, im zweiten, in jeder Überschrift. Solche Texte gibt es noch. Sie funktionieren seit Jahren schlechter.
Ein SEO-Text ist heute etwas anderes. Er beantwortet eine Frage so vollständig und verständlich, dass er für Menschen, für Google und für KI-Systeme gleichermassen brauchbar ist. Das klingt anspruchsvoll und lässt sich in acht Schritte zerlegen.
Schritt 1: Die Suchabsicht klären
Bevor du schreibst, musst du wissen, was Menschen mit einer Suchanfrage eigentlich wollen. Dieselben Wörter können völlig verschiedene Absichten haben.
Wer «Positionierung» eingibt, will meistens eine Erklärung. Wer «Positionierung Beratung Zürich» eingibt, sucht vielleicht jemanden, der dabei hilft. Wer «Positionierung Beispiele» eingibt, will Vorlagen.
Der einfachste Weg, die Absicht herauszufinden: Such selbst und schau dir die ersten zehn Ergebnisse an. Stehen dort Ratgeber, willst du einen Ratgeber schreiben. Stehen dort Anbieterseiten, ist eine Leistungsseite der bessere Weg. Wer gegen die erkennbare Absicht schreibt, schreibt meistens vergeblich.
Wie teuer ein Missverständnis an dieser Stelle werden kann, habe ich selbst erlebt. Ein Beitrag über den KI-Modus von Google beantwortete die Frage, was er für Unternehmen bedeutet. Gesucht wurde, wie man ihn einschaltet. Der Beitrag wurde 285 Mal angezeigt und einmal geklickt.
Schritt 2: Die Fragen sammeln
Zu jeder Suchanfrage gehören Teilfragen. Wer «SEO-Texte schreiben» sucht, will auch wissen, wie lang sie sein sollen, wie oft der Suchbegriff vorkommen darf und ob KI dabei helfen kann.
Gute Quellen für diese Teilfragen sind der Bereich «Ähnliche Fragen» in den Google-Ergebnissen, die Fragen deiner Kundschaft im Erstgespräch sowie die Fragen, die nach Vorträgen gestellt werden.
Aus den Teilfragen entsteht die Gliederung. Jede wichtige Teilfrage bekommt einen eigenen Abschnitt.
Diese Arbeit lohnt sich doppelt. KI-Systeme zerlegen Fragen ebenfalls in Teilfragen und suchen zu jeder davon passende Abschnitte. Ein Text, der die Teilfragen einzeln beantwortet, liefert dafür genau das richtige Material. Mehr dazu in Der KI-Modus von Google.
Schritt 3: Die Antwort nach oben
Der häufigste Aufbaufehler ist die lange Einleitung. Drei Absätze über die Bedeutung des Themas, bevor die eigentliche Antwort kommt.
Besser ist die umgekehrte Reihenfolge: Die Antwort steht im ersten oder zweiten Absatz, der Rest vertieft sie. Wer nur den Anfang liest, hat trotzdem etwas gelernt. Wer weiterliest, bekommt Hintergründe, Beispiele und Ausnahmen.
Diese Form ist für Menschen angenehm, weil sie schnell wissen, ob der Text hilft. Für Google und KI-Systeme ist sie ideal, weil die Kernaussage eindeutig und leicht zu finden ist.
Schritt 4: Überschriften, die Fragen beantworten
Zwischenüberschriften sind Wegweiser. Die besten formulieren eine Frage oder eine klare Aussage. «Wie lang muss ein SEO-Text sein?» ist besser als «Länge». «Die Antwort nach oben» ist besser als «Aufbau».
Jeder Abschnitt unter einer solchen Überschrift sollte für sich verständlich sein. Das heisst: keine Verweise wie «wie oben erwähnt», keine Pronomen, die sich auf den vorigen Abschnitt beziehen. Ein Abschnitt, der allein steht, kann von einer KI zitiert werden, ohne dass der Zusammenhang verloren geht. Wie das konkret aussieht, beschreibe ich in Zitierfähig schreiben.
Schritt 5: Begriffe statt Keyworddichte
Früher galt eine Faustregel: Der Suchbegriff sollte einen bestimmten Prozentsatz des Textes ausmachen. Diese Regel hat heute keine Grundlage mehr.
Suchmaschinen verstehen heute ganze Themen. Sie erkennen, ob ein Text über Positionierung auch Zielgruppe, Nutzen, Abgrenzung und Beispiele behandelt. Ein Text, der den Hauptbegriff zwanzigmal wiederholt, aber keine dieser Facetten abdeckt, wirkt dünn.
Die praktische Regel: Der Hauptbegriff gehört in den Titel, in die erste Überschrift und in den ersten Absatz. Danach verwendest du ihn so oft, wie es natürlich klingt. Dazu kommen verwandte Begriffe, Synonyme und die Fachwörter, die zum Thema gehören.
Schritt 6: Belege und eigene Erfahrung
Hier liegt der grösste Unterschied zwischen einem durchschnittlichen und einem guten SEO-Text. Hier liegt auch der Grund, warum sich gute Texte gegen die Flut automatisch erzeugter Inhalte behaupten.
Ein Text wird unterscheidbar durch das, was nur du schreiben kannst: Zahlen aus deiner Arbeit, konkrete Beispiele, Grenzen deines Vorgehens, Erfahrungen, die man nicht nachlesen kann. Dazu kommen externe Quellen mit Datum, wo du Zahlen anderer verwendest.
Google beschreibt diese Eigenschaften in seinen Richtlinien unter dem Begriff E-E-A-T, also Erfahrung, Fachwissen, Autorität und Vertrauenswürdigkeit. Wie du sie in Texten sichtbar machst, steht in E-E-A-T für Beratende.
Schritt 7: Titel und Beschreibung
Titel und Meta Description sind das Erste, was jemand in den Suchergebnissen sieht. Sie entscheiden darüber, ob aus einer Anzeige ein Klick wird.
Der Titel sollte den Hauptbegriff enthalten, das Versprechen des Textes nennen und nicht länger als rund 60 Zeichen sein, sonst wird er abgeschnitten. Die Meta Description ergänzt, was der Titel offenlässt. Wie sie aufgebaut ist und warum Google sie oft durch eigenen Text ersetzt, steht in Meta Description schreiben.
Ratgeber oder Leistungsseite?
Nicht jeder SEO-Text ist ein Blogbeitrag. Für Beratende sind die wichtigsten SEO-Texte oft die Leistungsseiten, weil dort Menschen landen, die bereits nach Unterstützung suchen.
Ein Ratgeber beantwortet eine Wissensfrage und baut Vertrauen auf. Eine Leistungsseite beantwortet die Frage, wer bei einem bestimmten Problem hilft, was das kostet und wie es abläuft. Beide folgen denselben acht Schritten, haben aber unterschiedliche Ziele.
Auffällig ist, dass KI-Systeme bei Anbieterfragen deutlich häufiger Angebotsseiten zitieren als Blogbeiträge. Die Belege dafür habe ich in Angebotsseiten werden zitiert, Blogs kaum zusammengetragen. Wer nur Ratgeber schreibt und die Leistungsseiten vernachlässigt, verschenkt deshalb gerade den Teil, der zu Anfragen führt.
Schritt 8: Verlinken und aktualisieren
Ein SEO-Text steht nicht allein. Verlinke ihn mit passenden Beiträgen und Leistungsseiten. Von dort verlinkst du zurück. So verstehen Suchmaschinen, welche Themen zusammengehören. Lesende finden dabei den nächsten Schritt.
Danach beginnt die Pflege. Zahlen veralten, Werkzeuge ändern sich, neue Fragen kommen dazu. Ein Text, der einmal im Jahr überprüft und ergänzt wird, hält sich deutlich länger als einer, der liegen bleibt. Die Search Console zeigt dir, für welche Suchanfragen ein Text angezeigt wird. Daraus ergeben sich oft genau die Ergänzungen, die fehlen. Wie du sie einrichtest, steht in Google Search Console einrichten.
Ein Beispiel: vom Suchbegriff zur Gliederung
Wie die Schritte zusammenspielen, zeigt ein Beispiel. Eine Beraterin für Nachfolgeregelungen möchte bei der Suche nach «Unternehmensnachfolge planen» gefunden werden.
Suchabsicht. Die ersten Ergebnisse sind Ratgeber von Banken, Kammern und Beratungsfirmen. Gesucht wird also eine Anleitung, keine Anbieterliste.
Teilfragen. Wann sollte man anfangen? Welche Schritte gehören dazu? Was kostet eine Nachfolge? Familie oder externer Käufer? Welche Fehler passieren am häufigsten? Wie lange dauert es?
Gliederung. Daraus entstehen sechs Abschnitte, jeder mit einer Frage als Überschrift. Die Antwort auf die wichtigste Frage steht gleich am Anfang: Planung beginnt fünf bis zehn Jahre vor der Übergabe.
Belege. Hier kommt das hinein, was nur sie liefern kann. Beispiele aus ihrer Arbeit ohne Namen, die typischen Streitpunkte in Familien, eine offen benannte Grenze ihres Angebots.
Verbindung. Am Ende steht ein Verweis auf ihre Leistungsseite mit Preisrahmen und ein Link zu einem verwandten Beitrag über Familienkonflikte bei der Übergabe.
Der fertige Text beantwortet die Frage besser als die Ratgeber der Banken, weil er Erfahrung enthält, die dort fehlt. Genau das ist heute der Weg nach oben.
Häufige Fehler
Für eine Suchanfrage schreiben, die niemand stellt. Ein wunderbarer Text über «ganzheitliche Transformationsbegleitung» findet selten Leserschaft. Prüf vorher, ob und wie Menschen tatsächlich suchen.
Mehrere Absichten in einem Text. Ein Beitrag, der gleichzeitig erklären, verkaufen und unterhalten will, macht nichts davon richtig.
Zwei Texte zum selben Thema. Wer zwei Beiträge für dieselbe Frage schreibt, lässt sie gegeneinander antreten. Besser ist ein starker Text, der regelmässig ergänzt wird.
Keine Aktualisierung. Ein Text mit Zahlen von vor drei Jahren verliert an Vertrauen, bei Menschen wie bei Maschinen.
Und die Länge?
Eine feste Wortzahl gibt es nicht. Ein Text ist so lang, wie die Frage es verlangt. Eine Definition braucht wenige Absätze, eine Anleitung mit acht Schritten mehr.
Ein brauchbarer Massstab sind die Ergebnisse, die bereits oben stehen. Sind sie alle ausführlich, wird ein kurzer Text es schwer haben. Sind sie alle knapp, lohnt sich ein langer Text nur, wenn er tatsächlich mehr Substanz liefert.
Darf KI beim Schreiben helfen?
Google bewertet nach eigener Aussage die Qualität und Hilfsbereitschaft eines Inhalts. Wie er entstanden ist, spielt dabei keine Rolle. KI-Werkzeuge können beim Gliedern, beim Umformulieren oder beim ersten Entwurf helfen.
Was sie nicht liefern können, sind deine Erfahrung, deine Belege und dein Urteil. Ein Text, der ausschliesslich aus einem Werkzeug stammt, klingt wie viele andere und wird deshalb selten ausgewählt. Die Einordnung dazu steht in Schadet KI-Content deinem Google-Ranking?.
Die Checkliste vor dem Veröffentlichen
- Passt der Text zur erkennbaren Absicht der Suchanfrage?
- Steht die Antwort im ersten oder zweiten Absatz?
- Beantworten die Zwischenüberschriften Teilfragen?
- Ist jeder Abschnitt für sich verständlich?
- Kommt der Hauptbegriff in Titel, erster Überschrift und erstem Absatz vor?
- Enthält der Text mindestens einen Beleg, den nur du liefern kannst?
- Sind Titel und Meta Description geschrieben und nicht zu lang?
- Ist der Text mit passenden Seiten verlinkt?
Wer diese acht Fragen mit Ja beantwortet, hat einen Text, der bei Google eine Chance hat und den KI-Systeme als Quelle verwenden können.
